Newsblog zum Coronavirus: Erster Fall im Kreis Ravensburg - Zahlreiche Veranstaltungen abgesagt

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Die wichtigsten Nachrichten und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog mit Fokus auf Deutschland und Schwerpunkt auf den Südwesten.

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Aktuelle Zahlen für Deutschland und Region:

  • Infizierte insgesamt: 444 (WHO) 349 (RKI)

  • Geheilte insgesamt: 16

  • Kritische Fälle insgesamt: 2

  • Baden-Württemberg: 89 (Ministerium)

Das Wichtigste im Überblick:

Selbstaktualisierende Datengrafik (inklusive geheilter Patienten):

+++ Lesen Sie die Chronologie zur Ausbreitung des Coronavirus nach - von der ersten Meldung bis heute. Hier geht es zu unserem Dossier. +++

22.35 Uhr: Keine Zwangsferien im Südwesten

Im Südwesten werden trotz der Coronavirus-Epidemie vorerst nicht wie in Italien flächendeckend Schulen geschlossen. „Zum jetzigen Stand sind flächendeckende Schließungen von Schulen kein Thema und nicht notwendig“, sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

„Da es sich beim Coronavirus aber um ein dynamisches Szenario handelt, beobachten wir die Entwicklung in Abstimmung mit den Fachleuten der Gesundheitsbehörden sehr genau.“

Unterdessen breitet sich das Virus auch im Südwesten weiter aus — mit Folgen in anderen Bereichen. Unter anderem die Bildungsmesse didacta wird deswegen verschoben. Die Zahl der Infektionen in Baden-Württemberg lag am frühen Donnerstagabend bei 89. Dem Landesgesundheitsamt sind nach Angaben des Sozialministeriums bislang keine schweren Verläufe im Land bekannt.

Dass es temporäre und punktuelle Schließungen einzelner Einrichtungen geben kann, das ist keine Frage - aber nicht grundsätzlicher Art. 

Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne)

Auch Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) ist gegen flächendeckende Schulschließungen. „Das ist derzeit keine Diskussion“, sagte er am Donnerstag im „Deutschlandfunk“. Man handle lagebezogen und schaue sich die Situation vor Ort an. „Dass es temporäre und punktuelle Schließungen einzelner Einrichtungen geben kann, das ist keine Frage — aber nicht grundsätzlicher Art.“

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus bleiben in Italien bis zum 15. März alle Schulen und Hochschulen geschlossen. Das innerhalb der EU am stärksten betroffene Land reagiert damit auf die Epidemie.

20.02 Uhr: Corona-Fall im Kreis Ravensburg: 28 Menschen sind isoliert

Das Landratsamt Ravensburg meldete am Donnerstag den ersten Erkrankten. Dabei handelt es sich um einen rund 50-jährigen Mann aus Wangen, der sich derzeit in häuslicher Isolation befindet.

Auch sein Sohn, ein Achtklässler des Rupert-Neß-Gymnasiums (RNG), wurde am Donnerstag entsprechend getestet. Dessen Schulklasse wurde nach Hause geschickt. Am Abend kam dann das beruhigende Laborergebnis: negativ. Das heißt: Am RNG kann am Freitag, wie geplant, Unterricht stattfinden.

Am Donnerstag ermittelten die Behörden überdies Kontaktpersonen des Mannes aus jüngster Zeit. (Vorläufiges) Ergebnis: 28 Menschen waren mit dem Betroffenen so in Kontakt, dass auch für sie in den kommenden zwei Wochen häusliche Isolation angeordnet wurde.

Ziel des Landratsamts ist es deshalb in nächster Zeit, die Zahl von Infizierten und Erkrankten so gering wie möglich zu halten. Deshalb begrüßt der Landrat auch Gedankenspiele des Sozialministeriums, regionale oder lokale Kontaktzentren für Tests zu bilden, zum Beispiel in extra eingerichteten Containern: „Da wären wir sofort dabei“, sagt Harald Sievers.

Alle Details und noch weitere Informationen gibt es hier.

19.15 Uhr: Zehn Verdachtsfälle im Kreis Lindau

Das Gesundheitsamt Lindau klärt aktuell zehn Fälle von begründetem Verdacht. Dabei handelt es sich um Menschen, die direkten Kontakt zu einem Erkrankten hatte oder sich innerhalb der vergangenen 14 Tage in einem Risikogebiet aufhielt und unter Fieber, Husten oder Atemnot leidet.

Sibylle Ehreiser, Pressesprecherin des Landratsamts, bleibt es deshalb vorerst bei der Zahl von zwei Erkrankten im Landkreis Lindau: einem Familienvater aus Lindau und einer 15-Jährigen aus dem Westallgäu.

Vom Unterricht freigestellt sind derzeit 59 Kinder, die im VHG und im Bogy Kontakt zu Angehörigen des erkrankten Lindauers hatten.

Coronavirus - Klinik richtet «Drive-In» Test ein
Eine Mitarbeiterin desinfiziert sich die Hände. (Foto: Andreas Arnold / dpa)

17.25 Uhr: Landratsamt Bodenseekreis äußert sich zu neuem Corona-Fall

„Weil eine betroffene Person die typischen Erkrankungssymptome zeigte wurde sie am Donnerstagnachmittag in die Helios-Klinik in Überlingen eingewiesen“, schreibt das Landratsamt Bodenseekreis in einer Pressemitteilung.

Damit solle das familiäres Umfeld geschützt werden. „Wir haben einen extra Raum für die Laborarbeiten eingerichtet“, berichtet Claudia Prahtel, Pressesprecherin der Klinik. „Wir wollen für alle Involvierten kurze Wege gewährleisten, um die Möglichkeit einer Ausbreitung so gering wie möglich zu halten.“

Die zweite Frau, die sich ebenfalls in Südtirol aufgehalten hat, sei hingegen symptomfrei. Für sie wurde eine mindestens 14-tägige häusliche Quarantäne angeordnet. Ihre medizinische und persönliche Versorgung ist sichergestellt, schreibt das Landratsamt weiter.

Den ganzen Artikel gibt's hier.

17.10 Uhr: Diese Veranstaltungen in der Region wurden bisher verschoben oder abgesagt

Die Messe Friedrichshafen hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass die Messen IBO und Aqua-Fisch verschoben werden. Die Immomesse in Biberach wurde gleich ganz abgesagt. Hier finden Sie eine Übersicht der Veranstaltungen in der Region, die nicht stattfinden oder nachgeholt werden sollen (plus).

16.55 Uhr: Häusliche Quarantäne - Eine Betroffene berichtet exklusiv über täglichen "Wahnsinn"

Eine Frau aus der Region Ulm erlebt nach ihrem Skiurlaub eine böse Überraschung. Im exklusiven Tagebuch auf Schwäbische.de schildert die 43-Jährige ihre Erlebnisse in einer außergewöhnlichen Situation: häusliche Quarantäne - die Familie darf wegen Verdachts auf eine Corona-Infektion nicht mehr das Haus verlassen - ein Ende? Nicht absehbar.

Lesen Sie nach, wie die Familie die Isolierung in den eigenen vier Wänden erlebt, wie sie ihre Versorgung sicherstellt, welche Erfahrungen sie mit Behörden macht - und wie wichtig Brettspiele sein können. Hier gehts zum Tagebuch (plus).

16.45 Uhr: Erster Corona-Fall in Vorarlberg - 104 Fälle in der Schweiz

Es handelt sich um einen jungen Mann (Jahrganz 1990) aus Mellau. Da er einen zweiten Wohnsitz in Wien hat, geht Landeshauptmann Markus Wallner davon aus, dass er sich in Wien angesteckt hat. 

Dem jungen Mann gehe es soweit gut, er habe einen guten Allgemeinzustand und sei auf dem Weg ins Spital nach Hohenems. Mit Stand Mittwochnachmittag wurden 95 Verdachtsfälle in Vorarlberg gezählt.

In der Schweiz sind derzeit 104 Corona-Fälle gemeldet. Bisher wurden mehr als 2300 Personen mit Verdacht auf das neue Coronavirus negativ getestet. Über 300 Menschen sind momentan unter Quarantäne. Weitere 200 Menschen gelten als Verdachtsfälle.

16.30 Uhr: Pressekonferenz in Ravensburg zum Fall in Wangen hat begonnen

In einer Pressekonferenz informiert Landrat Harald Sievers über den ersten Corona-Fall in Wangen.

Demnach handelt es sich um einen Mann (Jahrgang 1969) aus Wangen. Der Betroffene hat Mitte Februar im Rahmen seines Berufs eine Veranstaltung mit internationalem Publikum in Detuschland besucht und danach Symptome entwickelt. Mit leichten Symptomen ist er dann eine Woche in den Urlaub nach Südtirol gefahren. Nach seinem Urlaub hat er am Dienstag einen Test in einer Praxis im Landkreis gemacht und war positiv getestet worden. Wo genau der Mann sich angesteckt hat, sei noch nicht ganz klar.

Laut Landrat Sievers wurde sofort die häusliche Isolation veranlasst. Der Mann müsse aber nicht im Krankenhaus behandelt werden und werde vermutlich zuhause genesen.

Ein Sohn des Infizierten geht in Wangen auf das Rupert-Neß-Gymnasium - die Schulklasse, eine achte Klasse, wurde heute nach Hause geschickt. Das Ergebnis des Jungen wird heute um 21 Uhr erwartet.

Landrat Harald Sievers zum Corona Fall in Wangen.
Landrat Harald Sievers zum Corona Fall in Wangen. (Foto: Corinna Konzett)

16.15 Uhr: Zahl der Infizierten steigt auf 80 - insgesamt drei Fälle am Bodensee

Am Donnerstagnachmittag wurden dem Ministerium für Soziales und Integration vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg sieben neue bestätigte Covid-19-Fälle gemeldet. Das teilt das Ministerium in einer Pressemitteilung mit.

Betroffen sind die Landkreise Esslingen (3 Fälle) und Rhein-Neckar-Kreis (1 Fall), der Zollernalbkreis (1 Fall), der Bodenseekreis (1 Fall) sowie Landkreis Karlsruhe (1 Fall). Damit steigt die Zahl der Infektionen im Land auf 80.

Der gemeldete Fall aus dem Bodenseekreis sei eine Frau (Jahrgang 1969) mit Reiseanamnese nach Südtirol. Sie sei eine Kontaktperson zu einem schon bestätigten Fall aus dem Bodenseekreis. Damit gibt es im Bodenseekreis nun drei bestätigte Corona-Fälle.

Ein weiterer Fall wird aus dem Zollernalbkreis gemeldet. Es handele sich um eine männliche Person, nähere Informationen gibt es hierzu bislang nicht.

Die aus dem Landkreis Esslingen gemeldeten weiteren drei Fälle stehen in Zusammenhang mit einer bereits gemeldeten Erkrankungsgruppe. Der Mann und die beiden Frauen (alle Jahrgang 2001) seien ebenfalls Mitglieder dieser Reisegruppe nach Südtirol gewesen.

Der gemeldete Fall aus dem Rhein-Neckar-Kreis ist ein Mann (Jahrgang 1960), der von einer Reise nach Malè (Südtirol, Italien) zurückgekehrt sei.

Bei dem gemeldeten Fall aus dem Landkreis Karlsruhe handele es sich um eine 18-jährige Person mit Reiseanamnese nach Sankt Christina in Gröden (Südtirol, Italien). Weitere Angaben liegen dazu noch nicht vor.

15.30 Uhr: KPA-Messe in Ulm wird verschoben

Die KPA-Messe 2020, die kommende Woche im Messezentrum Ulm stattfinden sollte, wird verschoben. Vor dem Hintergrund der weiteren Ausbreitung des Coronoavirus bzw. Covid-19 hatte der veranstaltende Carl Hanser Verlag gestern seine über 135 Aussteller in einer Blitzumfrage befragt. Das Votum ist eindeutig: Über 70 Prozent der Ausstellerschaft sprachen sich für eine Verschiebung der Messe aus.

Neuer Termin für die KPA in Ulm ist nun der 23. bis 24. Juni 2020.

15.20 Uhr: Landesbank sieht Südwesten für 2020 in Rezession

Die starke Abhängigkeit von Autoindustrie und Exportgeschäft sowie die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus bremsen die baden-württembergische Wirtschaft kräftig aus. Die Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) erwarten für das laufende Jahr beim Wirtschaftswachstum ein Minus von 0,8 Prozent und damit eine Rezession.

LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert sagte am Donnerstag in Stuttgart, die Auswirkungen des Coronavirus seien besonders stark, denn die schwäbischen Unternehmen exportierten sehr viel ins vom Virus stark betroffene China.

Branchen wie die Elektronik- und Autoindustrie oder der Maschinenbau seien besonders von der Störung der weltweiten Lieferketten betroffen, hieß es weiter. Für das Jahr 2021 rechnet die LBBW dann wieder mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent.

15.00 Uhr: CDU sagt Nominierungsveranstaltung in Bad Wurzach ab

Die CDU hat am Donnerstagmittag die Nominierungsveranstaltung zur Landtagswahl an diesem Samstag in Bad Wurzach abgesagt. Man wolle aufgrund des grassierenden Coronavirus „verantwortungsvoll mit der Situation umgehen, alle Risiken ausschließen“, heißt es in einer Mitteilung des Bezirksverbands.

Den ganzen Artikel lesen Sie hier.

14.25 Uhr: Kapfenburg-Messe in Westhausen ebenfalls abgesagt

Die Kapfenburg-Messe, eine der bedeutendsten Leistungsschauen der Region mit mehreren Tausend Besuchern, wird wegen der Corona-Krise abgesagt.

13.45 Uhr: Biberacher ImmoMesse abgesagt

Die Immobilienmesse in Biberach wird aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt. Das teilt die Stadt Biberach in einer Pressemitteilung mit.

Entscheidend dabei sei die Sorge gewesen, dass viele Interessenten ausgeblieben wären, da die Messestände im Rathaus auf relativ engem Raum angeordnet seien. Für Interessenten des Baugebietss "Breite III" wird es im Frühsommer eine öffentliche Veranstaltung geben, heißt es in der Mitteilung.

13.00 Uhr: CDU-Bezirksverband Württemberg-Hohenzollern sagt Nominierungsveranstaltung ab

Der CDU-Bezirksverband Württemberg-Hohenzollern hat entschieden, die für kommendes Wochenende angesetzten landkreisübergreifenden Nominierungen der Kandidaten für die Landtagswahl 2021 für die Wahlkreise 68 (Wangen-Illertal) und 63 (Balingen) aufgrund der aktuellen Lage im Zusammenhang mit dem COVID19 (Coronavirus) abzusagen.

Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, schreibt CDU-Bezirksvorsitzender Thomas Bareiß, aber da diejenigen Mitglieder, die zur Risikogruppe gehörten, vermutlich nicht teilnehmen würden, sei eine ordentliche Mitgliederbeteiligung ausgeschlossen.

12.35 Uhr: Messe Friedrichshafen verschiebt "IBO" und "Aqua-Fisch"

Die Messe Friedrichshafen hat zwei Veranstaltungen verschoben. Sowohl die ab Freitag (6. März) geplante "Aqua-Fisch" als auch die Verbrauchermesse "IBO" sollten zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Den ganzen Artikel gibt's hier zu lesen.

Ingo Kramer ist von der Absage der Aquafisch schockiert
Ingo Kramer ist von der Absage der Aquafisch schockiert

Es habe entsprechende Empfehlungen vom Landratsamt Bodenseekreis gegeben, denen man folgen werde, sagte Messe-Chef Klaus Wellman.

Statement von Messechef Klaus Wellmann zur Absage der Aquafisch und IBO

12.05 Uhr: Schulkulturtag in Obermarchtal abgesagt

Das Coronavirus hat auch Auswirkungen auf Veranstaltungen in der Region. So auch auf die geplante Veranstaltung an der Mädchenrealschule. Der Schulkulturtag an der Franz-von-Sales-Mädchenrealschule in Obermarchtal am Samstag, 7. März, wurde jetzt abgesagt.

11.35 Uhr: Erster Infizierter im Kreis Ravensburg

Auch im Landkreis Ravensburg gibt es den ersten Corona-Fall. Wie das Landratsamt am Donnerstagvormittag mitteilte, ist eine Person mittleren Alters aus Wangen bestätigt an dem Virus Covid-19 erkrankt. Sie befindet sich derzeit in häuslicher Isolierung.

Weitere Angaben machte die Ravensburger Kreisverwaltung zunächst nicht. Sie verweist auf eine Pressekonferenz, die um 16 Uhr im Kreishaus stattfinden wird.

11.15 Uhr: Pressekonferenz des Robert-Koch-Instituts

Der Leiter des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler informiert auch am Donnerstagvormittag über die aktuellen Entwicklungen. Das sind seine Hauptaussagen:

  • "Die Fallzahlen und die Regionen, in denen die Fälle auftreten, nehmen zu. Die meisten Infizierten, nämlich aktuell 175 Fälle, befinden sich in NRW."
  • "Der Median liegt bei 40 Jahren. Die Krankheit tritt eher bei Männern auf, aber das ändert sich täglich.
  • "Wichtig: Wo haben sich die Menschen angesteckt? Inzwischen hat sich der größte Teil innerhalb Deutschlands bei Infizierten angesteckt, nicht mehr im Ausland."
  • "Die Tests sollten nur begründet erfolgen, wir dürfen keine Ressourcen verschwenden."
  • "Wir dürfen die Influenza nicht aus den Augen verlieren. Unsere Bitte an die Bevölkerung: Lassen Sie sich impfen."

Außerdem gibt Wieler Informationen zu den Ergänzungen zum nationalen Epidemieplan, die gestern von den Landesgesundheitsministern erarbeitet wurden. Dieser weicht leicht von dem Influenza-Epidemieplan ab, das sind die wichtigsten drei Unterschiede:

  • "Im Influenza-Epidemieplan steht natürlich drin, dass es Impfstoffe gibt. Das ist beim Coronavirus nicht der Fall. Wir rechnen im nächsten Jahr mit einem Impfstoff."
  • "Gegen Influenza gibt es Therapeutika, die uns ebenfalls nicht für das Coronavirus zur Verfügung stehen. Die gute Nachricht ist, dass es in China schon viele Studien dazu gibt und wir sind optimistisch, dass wir solche Medikamente in den nächsten Wochen einsetzen können."
  • "Bei der Influenza gibt es drei verschiedene Phasen: Eindämmung, Schutz, Mitigation. Die sind klar voneinander abgetrennt, weil das Influenzavirus sich sehr schnell verbreitet. Die Rate der Verbreitung liegt hier nur bei zwei bis drei Tagen. Bei Corona beträgt die etwa sieben Tage. Die Chance, dass man die Ausbrüche noch eindämmen kann, ist hier erfolgreicher. Deshalb werden wir diese Eindämmungs-Phase beim Coronavirus weiter parallel laufen lassen, auch wenn wir eigentlich schon in der Schutz-Phase sind."

11 Uhr: Weitere Fälle in Bayern bestätigt - Erstmals Fälle in Neu-Ulm

In Bayern gibt es zwölf neue Coronavirus-Fälle. Damit wurden binnen einer Woche 54 Fälle des neuartigen Virus Sars-CoV-2 im Freistaat bestätigt, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Donnerstag in München mitteilte.

Vier Fälle wurden aus München gemeldet, zwei aus dem oberbayerischen Landkreis Miesbach. Außerdem wurden zwei Fälle aus dem Landkreis Neu-Ulm gemeldet sowie ein Fall aus dem Landkreis Aichach-Friedberg. Aus dem mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt wurde ein Fall gemeldet. Zwei Fälle gibt es in Würzburg.

Bislang sind in Bayern damit insgesamt 68 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. 14 Patienten, die zuerst im Freistaat positiv auf das Virus getestet worden waren, gelten wieder als genesen und wurden aus den Krankenhäusern entlassen. Diese Fälle standen allesamt im Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens und waren schon im Januar aufgetreten.

10.45 Uhr: Mehr als 200 Grippe-Tote in Deutschland

An der Grippe sind in dieser Saison in Deutschland nachweislich bereits rund 200 Menschen gestorben. Das geht aus den jüngsten Daten der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut (RKI) hervor. Seit Oktober 2019 wurden demnach insgesamt 119 280 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt. Rund ein Sechstel (17 Prozent) dieser Erkrankungen verlief so schwer, dass Patienten ins Krankenhaus kamen.

Da nur ausgewählte Praxen Influenzaproben an das RKI schicken, dürften die realen Fallzahlen höher liegen. Sie werden erst nach dem Ende der Grippesaison auf Deutschland hochgerechnet. Bisher wurden 202 Todesfälle mit Influenzavirus-Infektion an das RKI übermittelt. Die große Mehrheit (87 Prozent) der gestorbenen Patienten war in der Altersgruppe ab 60 Jahren.

Die Grippewelle hatte in Deutschland in der zweiten Januarwoche 2020 begonnen und hält seitdem an. Der Höhepunkt scheint überschritten, allerdings haben Atemwegserkrankungen im Vergleich zur Vorwoche wieder zugenommen. In den eingeschickten Influenzaproben wurden in der achten und neunten Kalenderwoche keine SARS-CoV-2-Erreger entdeckt. Auf das neue Coronavirus wird inzwischen mitgetestet.

9.30 Uhr: Lehrerverband gegen Schulschließungen wie in Italien

Der Deutsche Lehrerverband lehnt flächendeckende Schulschließungen wegen des neuartigen Coronavirus wie in Italien ab. Lange Komplettschließungen ohne „konkret nachgewiesene, bestätigte Verdachtsfälle“ halte er für falsch, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Das wäre ein Maßnahmenoverkill.“

Zwar gebe es auch in Deutschland sehr große Verunsicherung von Eltern, Lehrkräften und Schülern. Diese werde dadurch verstärkt, dass keine einheitliche Verfahrensweise in den Bundesländern erkennbar sei. Letztendlich müsse eine Güterabwägung vorgenommen werden: „Rechtfertigt der Grad der gesundheitlichen Gefährdung, dass mit der Schließung von Schulen Abschlussprüfungen ausfallen und die gesamte Bildungsplanung von Kindern in Gefahr gerät.“

Italien hat als bisher am stärksten betroffenes Land in der EU wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus alle Schulen und Hochschulen bis Mitte des Monats geschlossen. Ein entsprechendes Dekret hatte Ministerpräsident Giuseppe Conte am späten Mittwochabend unterzeichnet.

8.20 Uhr: Fallzahlen in der Region steigen

Der erste Fall in Sigmaringen, neue Fälle in Ulm und am Bodensee und auch auf der Ostalb gibt es mehr Infizierte: Das Virus greift auch in unserer Region um sich. Ein Überblick über unsere Landkreise:

Alb-Donau/Biberach

Oberschwaben/Allgäu

Bodensee

Sigmaringen/Tuttlingen

07:00 Zwei weitere Bayerische Schulen schließen

In Würzburg und Unterhaching sind in der Nacht zum Donnerstag drei weitere Fälle des Coronavirus bestätigt und deshalb Schulen zunächst geschlossen worden. In Unterhaching sei ein Kind nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert, teilte das Landratsamt München mit. Auch in Würzburg wurden zwei junge Erwachsene positiv auf das Coronavirus getestet. Ob es sich bei beiden um Schüler oder Lehrer handelt war zunächst unklar.

06.30 Uhr: Chinesischer Nationalcircus tritt trotz Virus in Ulm auf

Alle Akrobaten sind im Rahmen Ihrer Deutschland-Tournee seit drei Monaten ununterbrochen in Deutschland und erfreuen sich bester Gesundheit, sagen die Veranstalter. Das Interveiw lesen Sie hier.

05.50 Uhr: Chefin von Kultusministerkonferenz will keine generellen Schulschließungen wegen Virus

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Stefanie Hubig, hält eine bundesweite Schließung der Schulen in Deutschland wegen des Coronavirus nach aktuellem Stand nicht für nötig. Auch eine Verschiebung der Ferientermine sei im Kreis der Kultusminister „derzeit kein Thema“, sagte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagsausgabe).  In Italien werden wegen des Coronavirus ab diesem Donnerstag sämtliche Schulen und Universitäten bis zum 15. März geschlossen.

Das Wichtigste von Mittwoch im Überblick:

  • Ellwanger Krankenschwestern infiziert - Patienten nicht betroffen

  • Erster Erkrankter im Landkreis Sigmaringen

  • Drei Schulklassen am Bodensee befinden sich in Isolation

  • Gesundheitsminister Spahn: "Der Höhepunkt ist der Ausbreitung ist noch nicht erreicht."

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