Neues Museum in Duisburg eröffnet

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Deutsche Presse-Agentur

Nordrhein-Westfalens Museumslandschaft ist um einen Anziehungspunkt reicher: Das private „Museum DKM“ im Zentrum Duisburgs zeigt in 50 Räumen rund 700 Werke aus der Kunstsammlung von zwei Duisburger Unternehmern.

Die in vier Jahrzehnten zusammengetragene Kollektion der beiden Sammler Dirk Krämer und Klaus Maas umfasst Objekte aus dem alten Ägypten, China oder Indien und historische Reisefotografie genauso wie Skulpturen, Installationen, Grafik oder Gemälde der internationalen Gegenwartskunst.

„Wir sammeln nur Dinge, die uns berühren“, erklärten die beiden Museumsgründer am Donnerstag zur Eröffnung des Hauses. Ab Samstag wird es auch für das Publikum zugänglich sein. Neben der ständigen Schau will das Museum künftig auch Wechselausstellungen aus dem Bestand der etwa 1000 Objekte umfassenden Privatsammlung zeigen.

„Gerade in Zeiten der Krise brauchen wir mehr Kunst und Kultur, nicht weniger“, betonte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) bei der Eröffnung des neuen Museums in der Duisburger Innenstadt. Das „Museum DKM“, das vollständig mit privaten Mitteln finanziert wird, will sich auch am Programm der Europäischen Kulturhauptstadt 2010 im Ruhrgebiet beteiligen. Geplant sei eine Schau zum Thema Weiterleben der Utopien in der Kunst der Gegenwart.

„Linien stiller Schönheit“ ist der Titel der Eröffnungsausstellung, in der auf drei Etagen und 2600 Quadratmetern Fläche Objekte aus rund 5000 Jahren zu sehen sind. In sehr subjektiver Sammler-Auswahl werden asketische Buddha-Figuren ebenso präsentiert wie formvollendete altägyptische Steingefäße oder Vasen und Entwurfsskizzen des Bauhäuslers Wilhelm Wagenfeld. Jahrhunderte alte Porzellanschalen aus China harmonieren zu neusachlichen Industriefotos Willi Moegles von Keramik-Produkten der 1950er Jahre.

Mit den Werken der Gegenwartskunst von Julius Bissier, Richard Serra bis zum Maler Ulrich Erben verbindet die Objekte der unterschiedlichen Kulturen vielfach eine strenge Formensprache von fast meditativem Charakter. So gehört eine umfangreiche Sammlung 1500 Jahre alter Buddha-Darstellungen aus Nordchina ebenso zu den musealen „Schmuckstücken“ wie eines der größten Konvolute antiker indischer Gandhara-Skulpturen, das in einem deutschen Museum zu sehen ist und den starken Einfluss des Hellenismus auf den Osten belegt.

Das besondere Asien-Interesse der beiden Sammler wird auch an Werken des chinesischen documenta-Stars Ai Weiwei und der „Pekingoper“ deutlich, für die der Künstler Yin Xiuzhen kleine Höckerchen, große Bilder und Chinas Opernmusik zusammengebracht hat. Zur Meditation in Duisburgs City lädt auch der Museumsraum, dessen magisches Zentrum ein Steinkreis (Cornish Slate Circle/1983) des britischen Land-Artisten Richard Long bildet.

www.stiftung-dkm.de

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