Neuer Blick auf van Gogh als Maler der Nacht

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Deutsche Presse-Agentur

Zum ersten Mal beschäftigt sich jetzt in Amsterdam eine große Ausstellung eingehend mit Vincent van Gogh als Maler der Dunkelheit und der Nacht.

Die Schau „Van Gogh und die Farben der Nacht“, die an diesem Freitag eröffnet wird, mache eindrucksvoll deutlich, wie wichtig dieses Thema für den niederländischen Ahnen der modernen Kunst gewesen sei, sagte der aus Dortmund stammende Amsterdamer Museumsdirektor Axel Rüger (40) der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Für die Ausstellung, die bis vor kurzem mit großem Erfolg im New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) zu sehen war, wurden erstmals Nacht- und Abendszenen van Goghs (1853-1890) aus dem Besitz von Museen mehrerer Länder zusammengebracht. Viele der Werke sind längst zu Ikonen geworden, darunter „Die Sternennacht“. Das weltbekannte Gemälde, das durch besondere Expressivität mit kräftigen Blau- und Grüntönen besticht, wird nun zum ersten Mal seit 1990 wieder in Amsterdam gezeigt.

Neben dieser Leihgabe des MoMA gehört van Goghs Porträt von Eugène Boch aus dem Pariser Musée d'Orsay zu den Glanzlichtern in Amsterdam - der einzigen europäischen Station für die 32 Nacht- und Abendgemälde der Sonderschau. Zu sehen sind auch „Der Sämann“, „Der Tanzsaal“ und „Sternennacht über der Rhône“ (alle 1888).

Die Darstellung von Natur und Mensch in der Nacht bei unterschiedlichen Qualitäten von Licht habe van Gogh nicht nur immer wieder als Herausforderung gesehen, sagte Rüger, der sich bereits als Experte für niederländische Malerei an der National Gallery in London einen Ruf als moderner Aufbereiter von Kunst für ein großes Publikum erworben hatte. „Wir veranschaulichen hier auch, was van Gogh meinte, als er einst sagte, die Nacht erscheine ihm oft farbenreicher als der Tag.“

Die Ausstellung läuft vom 13. Februar bis zum 7. Juni 2009.

www.vangoghmuseum.com

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