Neue Krebsgene identifiziert

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Deutsche Presse-Agentur

Wissenschaftler der Berliner Charité haben die Entstehung von Lymphdrüsenkrebs teilweise enträtseln können.

Das Team um Stephan Mathas und Prof. Bernd Dörken beschreibt einen Mechanismus, der auf molekularer Ebene zentral an einer besonders aggressiven Form dieses Krebses (anaplastisch-großzelliges Lymphom (ALCL)) beteiligt ist, wie die Charité am Dienstag mitteilte.

Bekannt ist, dass es durch die Verschmelzung einzelner Teile zweier Chromosomen zu bösartigen Erkrankungen des blutbildenden Systems kommen kann. Durch diese sogenannten Translokationen entstehen Fusionsgene mit veränderten Eigenschaften, die das ungehemmte Wachstum und das Überleben der Tumorzelle fördern. Im Fall der ALCL-Zellen kommt es zu einer Verschmelzung von Teilen der Chromosomen 2 und 5 und zur Entstehung des neuen NPM-ALK Gens.

Dem Forscherteam ist es jetzt erstmals gelungen, in ALCL-Zellen neue molekulare Defekte zu beschreiben, durch die es zu einer starken räumlichen Annäherung der Chromosomen 2 und 5 im Zellkern kommt. Zudem konnten die Wissenschaftler die Entstehung der ALCL-typischen Translokation in solchen Zellen experimentell herbeiführen. „Diese Ergebnisse liefern einerseits neue Erkenntnisse für die Entstehung des Lymphoms, andererseits stellen sie einen neuen Ausgangspunkt für die Untersuchung von Chromosomenbruchpunkten bei anderen bösartigen Erkrankungen dar“, erläuterte Mathas.

Die Originalarbeit ist in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften („PNAS“) erschienen.

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