Neue Generation deutscher Topmodels

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Deutsche Presse-Agentur

Früher waren es Claudia Schiffer, Nadja Auermann und Tatjana Patitz, die sich mit dem Attribut „Top“- oder sogar „Supermodel“ schmücken durften. Heidi Klum fällt in der Branche in eine andere Kategorie.

Sie ist als Marketing-Genie, für ihre Fernsehshow und die Werbung für den Dessoushersteller Victoria's Secret bekannt, nicht für Haute-Couture-Auftritte. Nun gibt es deutsche Frauen - „Mädchen“, wie es im Szenejargon heißt - die jenseits von Castingshows erfolgreich sind. Der Typ: blonde Haare, groß, gertenschlank.

Ob im bodenlangen Abendkleid in Türkis oder in lässiger Lederhose: Julia Stegner, als Botschafterin der Berliner Fashion Week Nachfolgerin von Eva Padberg, stand diese Woche oft im Blitzlichtgewitter. Entdeckt wurde die 24-Jährige schon als Teenager auf dem Oktoberfest. Es folgten Magazincover und Auftritte für große Namen wie Yves Saint Laurent, Chanel, Givenchy, Calvin Klein und Alexander McQueen. Stegners Karriere begann, bevor die Modelshows im Fernsehen populär wurden. Freizeit hat die in New Yorker lebende Münchnerin nicht viel. „Mein Terminkalender ist relativ voll im Moment“, erzählte sie auf der Modewoche.

Sie sei ein absolutes Topmodel, schwärmt ihre Agentin Louisa von Minckwitz. „Der blonde Typ ist schon immer gefragt“, so erklärt sie das Phänomen, dass derzeit einige deutsche Frauen von sich reden machen. Dass eine Laufstegschönheit international so richtig durchstartet, kommt laut der Branchenkennerin nur alle paar Jahre vor. Bis die Models dann hierzulande entdeckt werden, dauert es manchmal. „Erst wenn sie im Ausland Karriere gemacht haben, können sie in Deutschland vermarktet werden - leider“, sagt von Minckwitz. Die Castingshow von Heidi Klum („supertolle Frau“) bietet ihrer Meinung nach eher die Gelegenheit, auf dem deutschen Markt prominent zu werden. „Das sind aber noch lange keine internationalen Topmodels.“

Toni Garrn (16), aktuell das Gesicht von Prada, Fendi und Boss, ist seit kurzem einem Millionenpublikum bekannt, nachdem sie neben Jerry Hall auf der Couch bei „Wetten, dass..?“ saß. „Alle reißen sich um Toni“, heißt es bei ihrer Agentur. Sie geht aber noch zur Schule und will brav ihr Abitur machen. „Es ist auch wichtig, dass sie die Bodenhaftung behält“, sagt ihre Agentin Claudia Midolo. Entdeckt wurde die Hamburgerin, die auch bei der Berliner Modewoche dabei war, bei einem Fanfest zur Fußball-WM 2006.

Ein gutes Model brauche eine „ganze Menge Disziplin“, sagt Margret Müller, Fashiondirektorin der Frauenzeitschrift „Amica“. „Toni Garrn hat das mit Sicherheit.“ Erfolgreiche Models müssten den Zeitgeschmack treffen. Der Mager- und Drogenlook ist demnach passé. Die Mädchen sähen heute gesünder und natürlicher aus. Wenn sie selbst eine Tochter hätte, würde sie ihr aber davon abraten, eine Modelkarriere einzuschlagen, sagt Müller. „Ich wäre immer dafür, eine gute Ausbildung zu haben.“

Deutsche Models sind anscheinend im Trend. Auch Garrns Hamburger Kollegin Isabelle Sauer (16) sollte man laut Midolo im Blick behalten. Von Minckwitz sagt über Sandra Malek, die erst 15 Jahre alt ist und aus Stuttgart kommt: „Von ihr werden Sie in nächster Zeit noch sehr viel hören.“ Die „Elle“ wirbt für die ein paar Jahre ältere Kielerin Katrin Thormann: „Unser next Topmodel!“.

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