Nachwuchs bei den Raumfahrern

Lesedauer: 4 Min
 Aus dem schnittigen Kombi Zafira mit hohem Dach ist ein großer Kastenwagen geworden.
Aus dem schnittigen Kombi Zafira mit hohem Dach ist ein großer Kastenwagen geworden. (Foto: Opel)
Thomas Geiger und spx

Um den Zafira zu retten, macht Opel aus dem Van einen Kleinbus.

China landet auf dem Mond, und die NASA-Sonden dringen weiter vor denn je – die Raumfahrt boomt. Zumindest im All. Auf der Straße dagegen sind die Raumfahrer ziemlich abgestürzt und mussten den Geländewagen Platz machen. Autos wie der Seat Alhambra oder der Ford Galaxy werden deshalb keinen Nachfolger mehr bekommen, und der Nissan Note oder der Renault Modus sind bereits Geschichte. Dieses Schicksal würde jetzt auch dem Opel Zafira drohen, wenn die Hessen aus der Not nicht eine Tugend gemacht hätten. Denn anstatt die Großraumlimousine nach drei Generationen und zwei Jahrzehnten einzustellen, blasen sie den Van zum Kleinbus auf und überweisen ihn an die Nutzfahrzeugabteilung. Dort beerbt er den Vivaro und kann ab Februar geordert werden.

Loungesessel mit Lederpolstern

Außen kann er seine gewerbliche Herkunft nicht verhehlen, selbst wenn Opel reichlich Chrom in den Grill packt. Denn aus dem schnittigen Kombi mit hohem Dach ist nun eben doch ein großer Kastenwagen geworden. Doch zumindest bei Ambiente und Ausstattung tun die Hessen alles, um auch Pkw-Fahrer glücklich zu machen. Es gibt deshalb extra breite Loungesessel mit Lederpolstern unter einem Panoramadach, und im Cockpit schaut man auf das erste Head-up-Display im Segment. Außerdem wartet der Zafira Life mit Assistenzsystemen wie etwa einer Panoramakamera oder einer automatischen Abstandsregelung auf. Und zum ersten Mal stehen Schiebetüren zur Verfügung, die sich mittels Gestensteuerung bewegen lassen: Ein Fußkick genügt, und schon öffnet sich der Sesam. Das kennt man bislang nur von Kombiklappen.

Natürlich ist der Neue nicht mehr ganz so handlich, und wahrscheinlich wird er sich auch nicht mehr so dynamisch fahren lassen. Doch bietet das neue Konzept dafür einen anderen handfesten Vorteil: Erstmalig offeriert Opel seinen Raumkreuzer in mehreren Varianten: mit zwei Radständen mit 2,93 oder 3,28 Metern und drei Längen mit 4,60, 4,95 oder 5,30 Metern. Entsprechend unterschiedlich ist das Platzangebot für bis zu neun Passagiere und für die Ladung von bis zu 3,50 Metern Länge. Im besten Fall schluckt der Zafira Life 3397 Liter Gepäck, die man unter einer großen Klappe mit separat zu öffnender Heckscheibe in den Innenraum wuchten kann.

Ab 2021 mit Elektromotor

So viel Opel schon zur Modellpalette verrät, so wenig Worte machen die Hessen über die Motoren. Fest steht allerdings, dass der Zafira künftig auf einer Nutzfahrzeug-Plattform der Konzernmutter PSA vorfährt. So wird er zum Schwestermodell des Familientransporter-Trios Peugeot Traveller, Citroën Spacetourer und Toyota Pro Ace Verso. Die Antriebs-palette dürfte sich deshalb auch an diesen orientieren. Für das Trio gibt es aktuell bis zu vier Vierzylinderdiesel mit 1,5 und 2,0 Litern Hubraum sowie Leistungswerten zwischen 102 und 177 PS. Für 2021 verspricht Opel aber schon jetzt eine voll elektrische Variante. Die Preise der Schwestermodelle starten jeweils knapp oberhalb von 36 000 Euro – ein Betrag, der auch für den Zafira Life wahrscheinlich ist.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen