Nach Geburtstagskuchen-Verbot: Bald auch keine Fotos mehr in Kindertagesstätten?

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Kita
Nach Geburtstagskuchen könnten offenbar auch Erinnerungsfotos in Kindergärten der Vergangenheit angehören. (Foto: Christian Charisius/dpa / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Nach Geburtstagskuchen könnten offenbar auch Erinnerungsfotos in Kindergärten der Vergangenheit angehören.

Die Caritas in Würzburg empfiehlt Kitas, keine professionellen Fotografen mehr in Anspruch zu nehmen. Grund sei, dass die Aufträge eventuell ausgeschrieben werden müssten, erläuterte ein Sprecher am Dienstag.

Gegen eine Kitaleiterin sei bereits wegen Vorteilsnahme ermittelt worden. Die Ermittlungen wurden laut Caritas zwar eingestellt. Dennoch rate man inzwischen, dass Eltern die Fotoshootings selbst organisieren. Über das Thema berichtete die „Main-Post“ zuerst.

Der Datenschutz hat den Blick darauf gelenkt, wie wir es grundsätzlich mit Fotos halten.

Caritas-Sprecherin Steffi Krause

Der evangelische Kindertagesstättenverband in Bayern empfiehlt laut Sprecherin Steffi Krause schon seit Jahren „dringend“, dass die Fotoaktionen von den Eltern organisiert werden. „Der Datenschutz hat den Blick darauf gelenkt, wie wir es grundsätzlich mit Fotos halten“, so Krause.

Nicht jeder teilt die Bedenken

Der emeritierte Rechtsprofessor und Berater katholischer Kitas, Simon Hundmeyer, versteht die Aufregung nicht. Die Fotos müssten seiner Meinung nach nicht ausgeschrieben werden. „Schließlich belasten sie die Kita-Finanzen nicht.“

Ähnlich äußert sich der Würzburger Fachanwalt für Vergaberecht Thomas Wandler. „Wohlfahrtsverbände gelten in der Regel gar nicht als öffentliche Auftraggeber.“ Daher müssten sie nur bei öffentlich geförderten Baumaßnahmen ausschreiben.

Dennoch sei denkbar, dass Kitaleitungen strafrechtlich verfolgt werden, wenn sie mit Geldern nicht ordnungsgemäß umgehen.

Erst kürzlich hatte eine Kita in Schwaben aus Hygienegründen verboten, zu Geburtstagen eigene Speisen wie Kuchen mitzubringen. Werden Kitas immer stärker reglementiert?

Man hat das Gefühl, jede Woche kommt etwas Neues.

Sprecher der Würzburger Caritas, Sebastian Schoknecht

„Die Anforderungen sind gestiegen“, sagte Krause. Kitaleiter müssten den Eltern zunehmend neue Gesetze und Vorgaben für Sicherheit, Hygiene und Ernährung erklären. Die Zeit fehle für die Arbeit mit den Kindern.

Auch der Sprecher der Würzburger Caritas, Sebastian Schoknecht, weist auf mehr rechtliche Anforderungen und Sensibilisierungen hin: Datenschutz, Transparenz, Digitalisierung, Missbrauchsfälle … „Man hat das Gefühl, jede Woche kommt etwas Neues.“

Mit Empfehlungen wie bei den Fotos wolle man nicht der Buhmann sein, sondern der Sorgfaltspflicht nachkommen.

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