Musical „Flashdance“ bringt 80er-Jahre-Feeling zurück

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Deutsche Presse-Agentur
Carola Große-Wilde

Am Ende der Show hält es niemanden mehr auf seinem Sitz: Begeistert klatschen die Zuschauer mit, als das gesamte Ensemble auf der Bühne steht und den Titelsong „What A Feeling“ singt.

Zuvor hatte das Musical „Flashdance“, das am Donnerstagabend Deutschland-Premiere im Mehr!-Theater in Hamburg feierte, die Premierengäste zurück in die 80er Jahre versetzt: mit Dauerwellen, Stulpen und den unvergesslichen Hits von Giorgio Moroder: „What A Feeling“, „Maniac“ und „Manhunt“. Nach Hamburg geht das Musical auf Tournee durch weitere Städte, darunter Düsseldorf, Bremen und Berlin.

Das Musical nach dem gleichnamigen Film mit Jennifer Beals in der Hauptrolle hatte 2008 Weltpremiere in England gefeiert. Sänger und Songschreiber Tom Hadley (Spandau Ballet) und Filmregisseur Robert Cary schrieben das Buch, die ergänzend komponierte Musik stammt aus der Feder von Robbie Roth, der zusammen mit Robert Cary auch die Songtexte schrieb. Die Produktionsfirma 2Entertain Germany ist der deutsche Ableger der schwedischen Firma 2Entertain, die das Musical in überarbeiteter und technisch modernisierter Form bereits in Schweden gezeigt hatte. Die Show wird in deutscher Sprache gespielt, die eingängigen Hits aber im Original gesungen.

Erzählt wird die Geschichte der 18-jährigen Alex, die von einer Karriere als Tänzerin träumt, aber in einem Stahlwerk als Schweißerin arbeiten muss, um über die Runden zu kommen. Sie wird gespielt von Nadja Scheiwiller, die für die verletzte 23-jährige Hannah Leser eingesprungen ist. Die erfahrene Musicaldarstellerin überzeugt sowohl stimmlich, als auch darstellerisch und tänzerisch: Sie schafft es mühelos, sowohl die toughe, als auch die verletzliche Seite von Alex zu zeigen. Gegen ihre starke Präsenz hat es Sasha Di Capri als ihr Boss Nick, der sich in sie verliebt, schwer. Er wirkt noch etwas unsicher.

Schlagersängerin Gitte Haenning übernimmt in Hamburg, Salzburg, Berlin und Wien die Rolle der ehemaligen Tanzlehrerin Hannah, die Alex hilft und unterstützt. In Schlabberhose, mit Krückstock und viel Humor denkt sie an vergangene Zeiten zurück und ermuntert Alex, die nachts in Harry's Bar tanzt, an ihrem Traum festzuhalten. Die stärksten Szenen hat das Musical, wenn die eingängigen Songs aus dem Film lebendig werden: Wenn Alex im knappen schwarzen Body und Stulpen zu „Maniac“ durch die Luft wirbelt, wenn Tess (Olivia Kate Ward) und ihre Mädels zu „I Love Rock'n'Roll“ die Gitarren schwingen oder Alex' Freundin Gloria (Ann-Sophie) mit ihrem Freund Jimmy (Konstantin Busack) „Gloria“ von Umberto Tozzi schmettern.

Dabei verwandelt sich die aufwendige Bühne - ein mehrstöckiges Stahlgerüst mit Brücke - mal in Harry's Bar, mal ins Stahlwerk oder in einen Ballettsaal. Clou sind riesige LED-Wände, auf denen lodernde Stahlfeuer, die Skyline von Pittsburgh oder ein Dschungel mit Wasserfall („Manhunt“) zu sehen sind. Einzig die Akustik ist nicht immer optimal und die Einsätze mit der sechsköpfigen Band hinter der Bühne stimmen nicht immer. Das spielt jedoch bei der Abschlussszene - dem langersehnten Vortanzen in der Akademie - keine Rolle. Als Alex auf den Richtertisch springt, stellt eine der Juroren anerkennend fest: „So einen Tanz wie diesen haben wir noch nie gesehen.“

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