Martina Gedeck ist endlich bei den Oscars dabei

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Deutsche Presse-Agentur

Vor zwei Jahren war mit „Das Leben der Anderen“ schon einmal ein Film mit Martina Gedeck (44) für einen Oscar nominiert.

Doch damals hatte die deutsche Schauspielerin kein Ticket für die „Nacht der Nächte“ bekommen und war bei aller Freude über die dann erfolgte Auszeichnung auch frustriert, dass sie nicht dabei sein durfte. Das soll dieses Jahr mit dem „Baader Meinhof Komplex“ anders werden, wie Gedeck dem dpa-Audiodienst erzählte.

Frau Gedeck, sind sie ganz sicher, dass sie bei der Oscar-Gala am 22. Februar in Los Angeles dabei sind?

Gedeck: „Ja, Bernd Eichinger (der Produzent vom "Baader Meinhof Komplex") hat sehr früh gesagt, "Martina, falls wir nominiert werden ist ganz klar, dass du mit rüberkommst". Das freut mich natürlich sehr.“

Wirkt der Ärger noch nach, dass Florian Henckel von Donnersmarck Sie vor zwei Jahren nicht mitgenommen hat?

Gedeck: „Nein, das war nicht angenehm, aber nach dieser Erfahrung sind wir uns auch nicht spinnefeind. Ich werde ihn jetzt auch wieder treffen und freue mich darauf ihn zu sehen.“

Was bedeutet die Teilnahme an der Gala für Sie persönlich?

Gedeck: „Zunächst mal eine sicherlich interessante Erfahrung. Ich war ja noch nie bei den Oscars. Für einen Filmschauspieler gehört es zu den absoluten Höhepunkten, das ist einfach so. Ich bin sehr gespannt, wie das abläuft.“

Steht schon fest, wer alles mitkommt?

Gedeck: „Ich bin sicher, dass Moritz (Bleibtreu) und Johanna (Wokalek) mitkommen. Ich denke, dass der Regisseur Uli Edel mit den drei Hauptdarstellern über den Roten Teppich gehen wird.“

Und wissen Sie schon, was Sie anziehen?

Gedeck: „Ich werde von Bottega Veneta exklusiv eingekleidet. Tomas Maier, der Designer, hat das Kleid für mich entworfen, schwarzer Crêpe de chine mit passenden Schuhen und Handtasche! Ich arbeite auch hier wieder mit der wunderbaren Stylistin Jane Garber. Das Kleid ist hochelegant und ich freue mich sehr darüber."

Wie schätzen Sie die Chancen vom „Baader Meinhof Komplex“ ein?

Gedeck: „Ich denke, dass der Film reelle Chancen hat. Das Einzige, was dagegen spricht, ist die Tatsache, dass in den letzten beiden Jahren auch schon deutsche oder deutschsprachige Produktionen wie zuletzt "Die Fälscher" aus Österreich dran waren. Vielleicht achten die Mitglieder der Academy darauf, dass das jetzt mal wieder anders verteilt wird. Aber ich weiß, dass Amerikaner Thema und Machart unseres Filmes sehr schätzen und sehr beeindruckt waren. Terrorismus ist in den USA zwar ein großes Thema, aber viele wussten gar nicht, was sich da in Deutschland abgespielt hat. Dadurch, das unser Film das sehr fokussiert erzählt und auf wahren Begebenheiten beruht, kommt auch die ganze Tragik rüber.“

Warum sind gerade deutsche Filme in den letzten Jahren international so erfolgreich?

Gedeck: „Das hat schon damit zu tun, dass die Filme ganz außergewöhnliche Geschichten erzählen. Wenn man "Das Leben der Anderen" anschaut oder "Die Fälscher", dann ist man überrascht, dass das wirklich stattgefunden hat. Es sind wahre Geschichten, die noch nie erzählt worden sind. Sie sind so außergewöhnlich, fremd und interessant, dass die Amerikaner mit offenem Mund im Kino sitzen. Diese Filme sind auf eine sehr wahre, pure und direkte Weise erzählt. Das können wir Europäer richtig gut. Der Verzicht auf all den Schnickschnack ist immer schon die Stärke der europäischen Filme gewesen.“

Interview: Ronny Thorau, dpa

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