Malajube verirren sich nicht im Labyrinth

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Deutsche Presse-Agentur

Mit „Labyrinthes“ veröffentlichen die Frankokanadier Malajube bereits ihr drittes Album. Ein Jahr tüftelten sie an ihren Songs. Herausgekommen ist ein kompaktes Indie-Rock-Album, welches unkonventionell erfrischend wie ein Debüt daherkommt.

Montreal, Metropole in der kanadischen Provinz Quebec, ist in Europa eigentlich bekannt für seine erstklassige Jazz- und Folk-Szene - und natürlich für das legendäre Jazz-Festival. Aber auch für frankophonen Indie-Poprock?

Spätestens mit der ersten Veröffentlichung des Kölner Labels Le Pop Musik vor knapp 10 Jahren ist die Nouvelle Scène Française auch in Deutschland ein Begriff. Hinzu gesellten sich weitere französischsprachige Songwriter wie Jérôme Minière aus Quebec.

Malajube entdecken genau zur rechten Zeit das europäische Festland, nachdem sie bereits in den USA mit ihrem zweiten Album „Trompe-l'oeil“ 2006 über ihren Status als lokale Musikgröße hinauswachsen konnten. Mit temporeichen und zugleich melodiös verträumten Nummern, bringen sie gegenwärtig frischen Wind in die frankophone Poplandschaft. Ob nun von der französchen 80er Rockband Noir Désir, den psychedelisch flächigen Synthie-Balladen der Flaming Lips oder von der neuen französischen Songwriterelite beeinflusst - sie haben sich ihre musikalische Eigenständigkeit durch die besonders wandlungsfähige und klangmalerische Art bewahrt.

Malajube verlieren sich nicht in unnötigen Spielereien, sondern lieben das Pathos gewaltiger Synthesizerklänge, gepaart mit melodiösen Gesangsflächen und rockigem Beat. Gleich zu Beginn bekommt man die Klangwucht in dem Opener „Usuline“ zu spüren, wie auch in den folgenden Songs „333“ oder „Colemboles“.

Die Frankokanadier zeigen aber auch verträumte Seiten, indem sie zu hohen Gesängen Akzente durch Klavierrhythmen, Xylophon-, oder Gitarrenmelodien zu setzen wissen. Trotz der zahlreich verliehenen Musikpreise wie dem Quebecer Félix Award und wachsender Fangemeinde durch ihre Festivalauftritte bleiben Malajube bescheiden: Wohl vor allzu viel Aufmerksamkeit flüchtend waren sie kurz nach Veröffentlichung ihres aktuellen Albums für ihr Plattenlabel nicht mehr zu sprechen und widmeten sich wieder dem, was sie wirklich antreibt: der Liebe zur Musik!

www.malajube.com

www.cityslang.com

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