„Love Story“ und andere Liebesdramen - Ryan O'Neal wird 80

Ryan ONeal + Ali McGraw
Ihre “Love Story“ hat sie zu Stars der 70er Jahre gemacht: Ryan O'Neal und seine Filmpartnerin Ali McGraw (1970). (Foto: Bert Reisfeld / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Barbara Munker

Gut 50 Jahre nach der „Love Story“-Premiere hat Ryan O'Neal dem Liebesklassiker von 1970 eine weitere Ehrung zu verdanken. Der ergraute Schauspieler, der an diesem Dienstag (20. April) 80 Jahre alt wird, steht schon länger nicht mehr vor der Filmkamera.

Umso ergriffener wirkte O'Neal bei einem seltenen Auftritt im Februar, als er zusammen mit der silberhaarigen Ali MacGraw auf Hollywoods „Walk of Fame“ mit einer Sternenplakette gefeiert wurde.

Er sei froh, lange genug zu leben, um diese Auszeichnung in Hollywood zu erhalten, erklärte O'Neal sichtlich gerührt. Wegen der Coronavirus-Pandemie erschien das Hauptdarsteller-Duo in Videoschalten. Die Ehrung erfolgte kurz vor dem Valentinstag, anlässlich des 50-jährigen „Love Story“-Jubiläums - der Film feierte im Dezember 1970 in den USA seine Premiere.

O'Neal, der bei dem Videoauftritt seinen Sohn Patrick (53) an seiner Seite hatte, blickte amüsiert auf seine ersten Erfahrungen am Hollywood Boulevard zurück. Als Highschool-Schüler habe er dort oft mit anderen Jungs rumgelungert und sich um Mädchen gestritten. „Ich dachte, es gibt mal Knast, nicht aber einen Stern“, witzelte der Star.

„Love Story“ machte O'Neal und MacGraw über Nacht zu Hollywoods Leinwand-Traumpaar. Die Romanze zwischen dem Harvard-Studenten Oliver aus reichem Haus, der die schöne, aber unstandesgemäß arme Jenny gegen den Willen seines Vaters heiratet und sie am Ende an den Krebs verliert, rührte Millionen Kinogänger zu Tränen. Das Melodrama von Regisseur Arthur Hiller erhielt sieben Oscar-Nominierungen, auch für die beiden Hauptdarsteller. Unvergesslich der Satz: „Love means never having to say you're sorry“: Liebe heißt, niemals um Verzeihung bitten zu müssen.

Privat waren sie nie ein richtiges Paar, doch ihre Leinwandliebe setzte sich noch lange fort. 2015 tourten die beiden Schauspieler mit dem Theaterstück „Love Letters“ quer durch die USA. Darin spielten sie alternde Freunde, die sich über 50 Jahre hinweg Briefe und Karten schrieben und über Liebe und Freundschaft resümieren.

Nach zwei kurzen Ehen in den 1960er Jahren, mit den Schauspielerinnen Joanna Moore und Leigh Taylor-Young, trat Ende der 70er Jahre Farrah Fawcett in sein Leben. Mit dem „Drei Engel für Charlie“-Star verbrachte O'Neal bewegte Jahrzehnte, mit Liebesbeteuerungen, Trennungen und einem Heiratsantrag kurz vor Fawcetts Krebs-Tod im Juni 2009.

„Ich habe erneut um ihre Hand angehalten und sie hat Ja gesagt“, erzählte O'Neal damals in einem Interview des US-Senders ABC. Zu einer Hochzeit am Krankenbett kam es nicht mehr, Fawcett lag schon im Sterben. In ihrem Testament bedachte die Schauspielerin den langjährigen Lebensgefährten nicht. Ihr gemeinsamer Sohn Redmond (36), der häufig mit Suchtproblemen und Kriminaldelikten Schlagzeilen machte, erhielt das Millionenerbe.

Auch mit seinen anderen Kindern hatte der vierfache Vater keine leichte Beziehung. Seine Tochter Tatum (57) hatte als Zehnjährige für ihre Rolle in „Paper Moon“ an der Seite ihres Vaters den Oscar als beste Nebendarstellerin erhalten. 2004 packte sie in einer Autobiografie über ihre frühere Heroinsucht aus. In einem Interview des Senders ABC sprach die Schauspielerin 2011 über eine jahrelange Funkstille mit ihrem Vater. Erst jetzt komme man sich wieder näher.

Als Sohn des Drehbuchautors Charles O'Neal und der Schauspielerin Patricia Callaghan hatte Ryan schon früh Kontakte zum Filmgeschäft. Er trainierte aber auch als Amateurboxer, bevor er Ende der 50er Jahre kleinere TV-Rollen landete. Der Durchbruch kam mit der Seifenoper „Peyton Place“ (1964 bis 1969), in der die damals unbekannte Mia Farrow mitspielte.

Nach „Love Story“ zählte O'Neal zu Hollywoods gefragtesten Darstellern. Neben Barbra Streisand spielte er in Peter Bogdanovichs Screwball-Komödie „Is was, Doc?“ (1972) die Hauptrolle. In „Paper Moon“ (1973) glänzte er als Trickbetrüger, der sich mit einem kleinen Mädchen, gespielt von Tochter Tatum, während der großen Depression durchschlägt. Stanley Kubrick holte ihn für die Gesellschaftssatire „Barry Lyndon“ vor die Kamera.

Danach verblasste der Leinwandruhm des blonden Stars der 70er Jahre. Er drehte kleinere Filme, darunter „Triple Trouble“ mit Drew Barrymore und „Ein himmlischer Liebhaber“ mit Robert Downey Jr. und Cybill Shepherd. Später wechselte O'Neal vor die Fernsehkamera, etwa für „Desperate Housewives“ oder die Krimiserie „Bones - Die Knochenjägerin“ (2006-2017). Einen kleinen Auftritt in seinem bislang letzten Film hatte O'Neal unter der Regie von Terrence Malick in „Knight of Cups“ (2015).

Den Platz für O'Neals Sternenplakette im Herzen von Hollywood haben die Verleiher gut gewählt. Auf der einen Seite ist der Stern von „Love Story“-Partnerin Ali MacGraw in den Bürgersteig eingelassen, auf der anderen Seite ist Farrah Fawcett mit ihrem Namen in der berühmten Flaniermeile verewigt.

© dpa-infocom, dpa:210414-99-197877/2

Walk-of-Fame-Zeremonie

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