Los Angeles zeigt „Art of Two Germanys“

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Deutsche Presse-Agentur

Eine spektakuläre Ausstellung von Deutscher Kunst aus Ost und West wird ab Sonntag (25. Januar) in Los Angeles gezeigt.

„Art of Two Germanys/Cold War Cultures“ im County Museum of Art ist eine Schau mit mehr als 300 Gemälden, Skulpturen, Fotografien, Videos, Installationen und Büchern von 120 Künstlern - darunter Joseph Beuys, Fritz Cremer, Georg Baselitz, Anselm Kiefer, Bernhard Heisig, Willi Sitte, Werner Tübke und Wolf Vostell. 20 Jahre nach Ende des Kalten Krieges soll damit erstmals ein umfassender Rückblick auf die Kunst im geteilten Deutschland von 1945 bis zum Mauerfall gegeben werden.

Unter dem Titel „Kunst und Kalter Krieg - Deutsche Positionen 1945 - 1989“ ist die Ausstellung ab dem 23. Mai im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg und ab dem 3. Oktober im Deutschen Historischen Museum Berlin zu sehen, terminlich passend zum 60. Gründungstag der Bundesrepublik und zum 20. Jahrestag des Mauerfalls. Die 1,2 Millionen Euro teure Ausstellung wird unter anderem von der Bundeskulturstiftung, dem Auswärtigen Amt und der Klassenlotterie gefördert.

Kuratorin ist Stephanie Barron vom Los Angeles County Museum of Art (LACMA) in Zusammenarbeit mit dem Berliner Kurator Eckhart Gillen (Kulturprojekte Berlin). Dies sei die erste Schau seit dem Ende des Kalten Krieges, die „die Feinheiten der Kunst in beiden deutschen Staaten genau untersucht, ohne sie auf die gewohnte Dualität von Ost gegen West, National gegen International und traditionelle und statische gegen offene und experimentelle Kunstformen zu reduzieren“, so Barron in einer Mitteilung des Museums.

Die Ausstellung mit Werken von beiden Seiten des Eisernen Vorhangs ist zeitlich gegliedert: 1945 bis 1949, die 50er Jahre, 1960 bis 1980 und die 80er Jahre. Unter den großen Installationen ist beispielsweise „Die große Mauer“ (1977) von Thomas Schütte, ein Schüler des Malers Gerhard Richter. Das aus mehr als 1000 gemalten „Ziegelsteinen“ zusammengesetzte Objekt ist „in vieler Hinsicht sinnbildlich für die Reichhaltigkeit der Ausstellung“, schreibt die „Los Angeles Times“.

„Art of Two Germanys/Cold War Cultures“ ist die erste Sonderausstellung, die im 2008 eröffneten LACMA-Neubau „Broad Contemporary Art Museum“ gezeigt wird. Der italienische Stararchitekt Renzo Piano hat das Gebäude entworfen. Die Kuratorin Barron widmet sich damit zum dritten Mal der deutschen Kunst. 1991 stellte sie die Ausstellung „Entartete Kunst: Das Schicksal der Avantgarde in Nazideutschland“ zusammen; 1997 brachte sie „Exil - Flucht und Emigration europäischer Künstler 1933-1945“ nach Los Angeles und Berlin.

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