Leopold Mozart als Manager und Musiker

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Leopold-Mozart-Ausstellung in Salzburg
Blick in die Ausstellung „Leopold Mozart (1719–1787). Musiker-Manager-Mensch“. (Foto: Franz Neumayr/APA / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Manager, Netzwerker, Komponist, Musiker und Pädagoge - eine Ausstellung in Salzburg beleuchtet die vielen Facetten des Leopold Mozart (1719-1787).

Der Vater des Musikgenie Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) werde zu Unrecht oft nur in seiner Beziehung zum Sohn wahrgenommen, so die Ausstellungsmacher. Der aus Augsburg stammende Leopold habe als Vizekapellmeister am Hof des Fürsterzbischofs und als Verfasser der ersten umfassenden Violinschule über „unglaublich großes Selbstbewusstsein“ verfügt, sagte die Kuratorin Anja Morgenstern am Donnerstag. Die Schau im Mozart-Wohnhaus (bis 9. Februar 2020) begibt sich anhand von 80 Dokumenten auf die Spuren des vielschichtigen Mannes.

Leopold Mozart, vor 300 Jahren geboren, sei ein kluger Beobachter gewesen, wie aus seinen 500 erhaltenen Briefen hervorgehe, hieß es. Eine organisatorische Meisterleistung seien die im 18. Jahrhundert beschwerlichen teils mehrjährigen Europa-Reisen von Leopold mit der Familie gewesen. Auch wenn Leopold später angesichts der Leistungen seines Sohnes kaum mehr komponierte, sind 250 Werke von seiner Hand bekannt. In der Schau zeigen zwei autographe Manuskripte seine wohl bekanntesten Stücke, die „Musikalische Schlittenfahrt“ und das „Trompetenkonzert“.

Der Stolz des Vaters auf seine beiden „Wunderkinder“ - auch Wolfgangs Schwester Maria Anna („Nannerl“) war eine hochbegabte Pianistin - wird auf einem Notenblatt sichtbar. „Dieß Stuck hat der Wolfgangerl den 25. Januar 1761, 3 täge vor seinem 5. Jahr nachts um 9 Uhr bis halbe 10 uhr gelernet.“ Das Verhältnis zu seinem Sohn war meist ungetrübt. „Nach dem lieben Gott kommt gleich der Papa“, war Wolfgangs Ansicht über seinen Vater. Allerdings habe sich der fest angestellte Leopold schwer damit getan, dass sein Sohn sich für ein Leben als freier Musiker entschieden habe, wissen Mozart-Kenner.

Die Nähe zwischen Vater und Sohn zeigt auch ein Brief vom Herbst 1777 an seinen in Paris weilenden Sohn. Leopold war untröstlich, dass er den „vätterlichen Segen“ vergessen hatte. Das habe ihm dunkle Stunden beschwert, einen „traurigen Tag, den ich in meinem Leben nicht zu erleben glaubte“. Um Leopold wurde es nach dem Abschied seines Sohnes Richtung Wien 1780 einsamer. Sein 1756 erschienener „Versuch einer gründlichen Violinschule“ sicherte ihm als Musikpädagogen neben seiner Vater-Rolle seinen Nachruhm.

Stiftung Mozarteum

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