Lahme US-Komödie „Bride Wars - Beste Feindinnen“

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Deutsche Presse-Agentur

Hochzeiten sind für Hollywood ein gutes Geschäft. Komödien, in denen die Romantik des Altargangs verballhornt wird, sind bei überschaubaren Produktionskosten und stabilen Zuschauerzahlen eine Investition, die sich auszahlt.

So überrascht es nicht, dass die „Traumfabrik“ regelmäßig Hochzeits-Comedys in die Kinos und Videotheken schwemmt, im letzten Jahr zum Beispiel „Zufällig verheiratet“ oder „Verliebt in die Braut“. Nun wagen sich Anne Hathaway und Kate Hudson in der Komödie „Bride Wars - Beste Feindinnen“ an der Seite ihrer Verlobten zum Traualtar. Dabei liefern sie sich einen Wettstreit um die bessere Hochzeitsfeier.

Der Film beginnt mit einer Stimme aus dem Off: „Ich habe immer gewusst“, sagt Hauptdarstellerin Hathaway, „dass meine Hochzeit der glücklichste Tag meines Lebens sein wird“. Bei so einem eindeutigen Satz ist Skepsis angebracht: Gut eineinhalb Stunden später weiß der Zuschauer, dass es sich tatsächlich um den denkbar schlimmsten Tag ihres Leben handelt. Aus der Fallhöhe zwischen erträumter Märchenheirat und bitterböser Realität schöpft der Streifen sein humoristisches Potenzial. Das ist keine schlechte Voraussetzung für eine Screwball-Comedy à la „Wedding Crasher“ (2005).

Doch für derbe Zoten - in dem Genre eigentlich unverzichtbar - fehlt den Filmemachern um Regisseur Gary Winick unerklärlicherweise der Mut. Stattdessen wird eine ziemlich gewöhnliche Geschichte über Freundschaft und Liebe reichlich sentimental aufbereitet.

Hathaway und Hudson spielen zwei unzertrennliche Freundinnen, die seit der Kindheit von der Bilderbuchhochzeit träumen. Dabei könnten sie unterschiedlicher kaum sein: Die schüchterne Lehrerin Emma (Hathaway, „Der Teufel trägt Prada“) kann sich gegen unverschämte Kollegen nicht durchsetzen, die selbstbewusste Anwältin Liv (Hudson, „Der verbotene Schlüssel“) hingegen zeigt auch ihren männlichen Arbeitskollegen stets, wo es langgeht. Beide erhalten fast gleichzeitig Heiratsanträge von ihren jeweiligen Verlobten. Doch das Luxushotel, in dem die Feste zeitversetzt rauschen sollen, hat nur einen einzigen freien Termin. Es entwickelt sich ein verbissenes Tauziehen der beiden, damit die andere ihr Fest um Jahre verschiebt.

„Bride Wars“ bemüht bekannte Klischees: Frauen „zelebrieren“ die Hochzeitsplanung bis ins kleinste Detail, während Männer auf dem Sofa Chips essen und von einer „normalen Party“ sprechen. Je näher die Trauung rückt, desto rührseliger wird der Film - bis sich das Komödienhafte gänzlich verflüchtigt hat.

Der Streifen passt in die von Hollywood längst vorgegebene Einheitsgröße einer Hochzeitskomödie: Vorsichtige Späße sind nur Lückenfüller zwischen dem Streit und der tränenreichen Umarmung von attraktiven Protagonisten. Eine teure Trauung macht nicht automatisch glücklich, geben die Filmemacher dem Publikum am Ende allen Ernstes noch mit auf den Weg. So ein Lehrsatz ist vor allem eins nicht: Er ist nicht komisch.

www.bridewars-derfilm.de

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