Kuschelig wie die Oberklasse: Der neue Citroen C4 im Test

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Der neue C4.
Bullig wie ein SUV, schnittig wie ein Coupé: der neue C4. (Foto: William Crozes/Continental Productions/Citroën/dpa)
Thomas Geiger

Citroen wagt sich mit neuem Drive zurück auf den Golf-Platz. Wenn die Franzosen jetzt das Tuch von der nächsten Generation des C4 ziehen, verabschieden sie sich nicht nur namentlich vom Cactus und motten die stacheligen Plastikplanken ein. Sondern dann wird aus dem ebenso charmanten wie knuffigen Kompakten mit dem robusten Auftreten ein schnörkelloses SUV-Coupé, das sich weniger an VW Golf oder Opel Astra orientiert als an Toyota C-HR oder VW T-Roc. Nur dass es – wie immer bei den Franzosen – natürlich keinen Allradantrieb gibt.

Unten bullig gezeichnet wie ein SUV samt etwas erhöhter Bodenfreiheit und oben so schnittig wie ein Coupé, streckt sich der Viertürer auf 4,36 Meter und soll bei 2,67 Metern Radstand genügend Platz bieten für fünf Personen und 380 Liter Gepäck. Auch wenn der Auftritt weniger extravagant ist als bisher, wirkt das Ambiente vom digitalen Cockpit und dem großen Touchscreen abgesehen nach wie vor eigenständig und unkonventionell.

Vorne gibt’s deshalb eher Sessel als Sitze, die Rückbank erinnert an ein Sofa und mit betont komfortablem Fahrwerk und gründlicher Geräuschdämmung verspricht der C4 eine Kuschelatmosphäre, wie man sie sonst eher in der Oberklasse findet. Und nicht nur den deutschen Nobelmarken eifern die Franzosen im Interieur nach, sondern auch einer tschechischen VW-Tochter: Denn mit einer einzigartigen Tablethalterung vor dem Beifahrer beweisen die Entwickler in Paris, dass das Motto „Simply Clever“ nicht von Skoda gepachtet wurde.

Basis für den neuen Vorstoß in der Kompaktklasse ist eine bewährte CMP-Plattform, die im PSA-Konzern bereits breite Verwendung findet – zuletzt zum Beispiel beim Opel Corsa und demnächst beim Opel Mokka. Deshalb ist weder die lange Liste der Assistenzsysteme eine Überraschung noch die breite Auswahl bei den Antrieben. So gibt es nicht nur Diesel mit 110 oder 130 PS und Benziner von 100 bis 150 PS, sondern wie die allermeisten PSA-Premieren der letzten Monate parkt auch der C4 auf Wunsch an der Ladesäule: Genau wie e-Corsa & Co. fährt er dann mit einer 136 PS starken E-Maschine und einem 50 kWh großen Akku bis zu 350 Kilometer weit und erreicht dabei Geschwindigkeiten bis zu 150 Kilometer pro Stunde.

Zwar weiß auch Markenchef Vincent Cobée, dass er es nicht leicht haben wird auf dem Golf-Platz – schließlich ist kein Segment so dicht besetzt wie die Kompaktklasse und der C4 muss sich gegen SUV genauso bewähren wie gegen konventionelle Modelle. Doch an Zuversicht mangelt es dem Franzosen deshalb nicht: „Mit dem neuen ë-C4 und dem neuen C4 rüstet sich die Marke für ein starkes Comeback in dieser wichtigen Klasse.“

Dabei baut er nicht zuletzt auf reichlich Erfahrung – die weit zurückreicht. Denn den ersten C4 haben die Franzosen bereits 1928 präsentiert. Da war nicht nur der Golf noch nicht erfunden, sondern selbst vom Käfer war da noch keine Rede.

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