Kundschafter des Friedens

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Kundschafter des Friedens
Ex-DDR-Spion und Technikspezialist Jaecki (Michael Gwisdek) bessert mit der Reparatur von Haushaltsgeräten seine Rente auf. (Foto: Stephanie Kulbach / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der Spitzname von Jochen Falk (Henry Hübchen) spricht Bände. Zonen-James-Bond nennt man ihn. Seine aktiven Jahre als DDR-Auslandsagent sind allerdings schon lange Vergangenheit.

Doch dann erhält Falk seine Chance. Denn die Bundesregierung steht vor einem Dilemma und braucht einen Experten wie ihn. Doch der Veteran will nicht ohne sein altes Team arbeiten, darunter der sympathisch trottelige Techniker Jaecki.

Das ist der Auftakt zur Agentenkomödie „Kundschafter des Friedens“, die Arte zur Erinnerung an den kürzlich gestorbenen Schauspieler Michael Gwisdek am Mittwoch um 20.15 Uhr zeigt. Gwisdek spielt den verschrobenen Jaecki als Paraderolle.

Worum es geht? Kurz vor den Verhandlungen zur Wiedervereinigung von zwei ehemaligen Sowjetrepubliken ist der Präsidentschaftskandidat gemeinsam mit einem Agenten des Bundesnachrichtendienstes entführt worden. Da schnell klar wird, dass der BND das nicht lösen kann, soll der alte DDR-Spion ran.

Damit die konsequent nach alter Schule arbeiteten Alt-Agenten (Falk: „Der Computer bleibt aus! Wir arbeiten analog.“) in den Weiten der neuen Spionage-Welt nicht ganz verloren gehen, stellt der BND ihnen die junge Kollegin Paula (Antje Traue) zur Seite. In Katschekistan angekommen, muss die Truppe allerdings feststellen, dass sich seit der Wende so Einiges verändert hat.

Regisseur Robert Thalheim („Am Ende kommen Touristen“) hat ein Star-Ensemble vor der Kamera versammelt hat. An der Seite von Henry Hübchen („Alles auf Zucker!“) und Gwisdek („Good Bye, Lenin!“) ist auch „Paul und Paula“-Star Winfried Glatzeder zu sehen. Er wird als Romeo-Agent Harry, der sich aber erst langsam wieder warmlaufen muss, zur Umgarnung der weiblichen Welt reaktiviert. Vierter im Bunde ist Logistiker Locke, den Thomas Thieme („Das Leben der Anderen“) als ominösen Kredithai mit immer dem richtigen Argument spielt.

Die Geschichte ist ein wenig konstruiert, nicht an jeder Stelle einleuchtend und sie nimmt es mit der historischen Wahrheit natürlich nicht allzu genau. Doch die Gags in „Kundschafter des Friedens“ zünden. Der Film hat ein rasantes Tempo, viele ironische Anspielungen auf das Agentenfilm-Genre und er spielt mit Retro-Optik - wie zum Beispiel im Vorspann, mit dem die Komödie als Hommage an 70er-Jahre-Filme mit schrillen Farben und Szenen aus der Vergangenheit des Zonen-Bonds startet.

Vor allem aber lebt „Kundschafter des Friedens“ von der stimmigen Chemie zwischen den Figuren, die sich witzige Verbal-Schlachten mit den jungen BND-Vertretern liefern.

© dpa-infocom, dpa:200928-99-737596/3

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