Kosslick von Qualität deutscher Filme überzeugt

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Berlinale-Direktor Dieter Kosslick hatte die Qual der Wahl. „Es gab dieses Jahr mehr deutsche Filme mit Wettbewerbs-Qualität, als wir in den Wettbewerb nehmen konnten“, sagte der Chef der 59. Internationalen Filmfestspiele Berlin (5. bis 15. Februar) im Gespräch mit der dpa.

„Es standen extrem viele deutsche Filme zur Verfügung, darunter waren auch große, aufwendige Produktionen wie "Hilde", "Effi Briest" oder "John Rabe".“ Die seien beim besten Willen nicht alle im Wettbewerb um den Goldenen Bären unterzubringen gewesen. „Deshalb haben wir auch sehr viele Premieren außerhalb des Wettbewerbs“, erklärte Kosslick.

„Wenn wir alle deutschen Filme und deutschen Koproduktionen zusammenzählen, dann haben wir die Rekordzahl von 90 Filmen im gesamten Berlinale-Programm.“ Im offiziellen Wettbewerb sind zwei deutsche Filmemacher vertreten: Maren Ade mit „Alle Anderen“ und Hans-Christian Schmid mit „Sturm“. Außer Konkurrenz läuft unter anderem Tom Tykwers „The International“, und in Gala-Vorstellungen werden Kai Wessels Filmbiografie „Hilde“, Hermine Huntgeburths Literaturverfilmung „Effi Briest“ und Florian Gallenbergers zeitgeschichtliches Drama „John Rabe“ präsentiert.

Auf dem roten Teppich vor dem Berlinale-Palast am Potsdamer Platz begrüßt Kosslick dieses Jahr zwar nicht Madonna und die Rolling Stones. Dafür kommen umso mehr Stars aus der Filmbranche: Schauspieler wie Kate Winslet, Michelle Pfeiffer, Demi Moore, Keanu Reeves, Michel Piccoli, Willem Dafoe, Sean Penn, Woody Harrelson, Steve Martin und Gael Garcia Bernal. Dazu Regisseure von Claude Chabrol und Constantin Costa-Gavras über Stephen Frears und François Ozon bis zu Andrzej Wajda, Manoel de Oliveira und Theo Angelopoulos.

Die Weltfinanzkrise mache sich bei der Berlinale wenig bemerkbar, sagte Kosslick. „Es grummelt zwar überall. Aber wir verspüren im Moment noch nicht so viel.“ Im Gegenteil sei es so, dass der Berlinale-Filmmarkt expandiere. Tatsache sei aber auch, dass weltweit zahlreiche Independent-Firmen in Schwierigkeiten geraten sind. Vor allem betroffen seien ebenfalls große, kreditfinanzierte Produktionen. „Im Moment aber sind die Kinos voll mit Filmen und Zuschauern.“

Die Berlinale-Filme seien dieses Mal thematisch alle sehr nah an der Realität dran. „Die Filme zeigen die Gewinner und Verlierer der Globalisierung und der Kriege in der Welt“, sagte Kosslick und nannte als Beispiel den Eröffnungsfilm „The International“ von Tom Tykwer. Der Thriller durchleuchtet die kriminellen Geschäfte zur Finanzierung von Kriegen und Terror.

Bei einer Rekordzahl von mehr als 6000 Film-Einreichungen wählte das Berlinale-Team um Kosslick rund 400 Regiearbeiten aus für die Berlinale-Sektionen Wettbewerb, Panorama, Forum, Perspektive Deutsches Kino, Generation, Retrospektive, Hommage und Berlinale Shorts sowie die verschiedenen Sonderreihen. „Dazu kommen knapp 700 Regiearbeiten, die auf dem Internationalen Filmmarkt gehandelt werden.“

www.berlinale.de

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen