Konfitüre mit Wumms

Und weg war das Dach ...
Und weg war das Dach ... (Foto: Maik Petrick/imago images)
Schwäbische Zeitung

Nun, da dieser Sommer, dem man alles nachsagen kann, nur nicht, dass er zu trocken gewesen sei, zu Ende geht, hat uns Mutter Natur einen reichen Gabentisch gedeckt. Allerlei süße Früchte warten darauf, zu Marmelade verarbeitet zu werden. Wichtig dabei ist, auf beste Zutaten zu achten. Sogar auf äußerst kostbare Zutaten hat seinerzeit die Firma Duerr’s aus England gesetzt, als sie sich vornahm, die teuerste Marmelade der Welt zu kreieren. Das ist ihr mit einem Preis von 7400 Euro pro Glas auch gelungen. Schuld daran waren Blattgold, Orangen, uralter Whiskey und Champagner. Ein entsprechend luxuriös belegtes Gsälzbrot kostete somit ungefähr 110 Euro.

Wie wichtig es bei der Zubereitung von Konfitüre ist, das blubbernde Geschehen auf dem Herd ganz genau zu beobachten, musste neulich eine 82-jährige Hoyerswerderanerin lernen. Denn bei ihr kam es aus noch ungeklärten Gründen zu einer Gasherd-Explosion, während sie Marmelade zuzubereiten versuchte. Glücklicherweise ist die Seniorin unverletzt geblieben und auch ein Brand hat sich laut sächsischem Polizeibericht gottlob nicht entwickelt. Leider aber ist der Dachstuhl erheblich beschädigt. Und auch die Marmelade sei nicht zu retten gewesen.

Natürlich konnte die gute Frau vor dem Einkochen nicht ahnen, dass es im Endeffekt allemal billiger gewesen wäre, ein paar Gläser der englischen Luxus-Konfitüre zu kaufen, statt den eigenen zickigen Herd anzuschmeißen. Das Leben ist jedenfalls selbst dann nicht immer ein Zuckerschlecken, wenn man noch reichlich Gsälz im Keller hat. (nyf)

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