Kinderbuchtag auf der Leipziger Buchmesse

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Deutsche Presse-Agentur

Kinder an die Macht: Am zweiten Tag der Leipziger Buchmesse (bis 15.3.) drehte sich alles um Kinder- und Jugendbücher.

63 000 Schüler kürten ihre Lieblingsbuch: Am Freitag wurde erstmals der Internationale Preis der jungen Leser vergeben. Klarer Gewinner ist „Tintenherz“ von Cornelia Funke. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels verkündete ein Umsatzminus von 3,8 Prozent im vergangenen Jahr bei Kinder- und Jugendbüchern und zeigte sich dennoch zufrieden. Franziska van Almsick, Exschwimmstar und Jungmutter, stellte ihr Bilderbuch „Paul Plantschnase am Meer“ vor und forderte obligatorischen Schwimmunterricht an Grundschulen.

Ein Umsatzrückgang von 3,8 Prozent sei für ein Jahr ohne „Harry Potter“-Neuerscheinung außergewöhnlich gut, sagte die Sprecherin des Börsenvereins, Claudia Paul. 2007 sei der Markt vor allem durch Joanne K. Rowlings „Potter“-Bestseller um rund 24 Prozent gestiegen.

Der Arbeitskreis für Jugendliteratur (AKJ, München) kritisierte, dass der Buchmarkt „mit dem Anspruch, Lesespaß durch Unterhaltung zu vermitteln“, immer neue Blüten treibe. „Momentan könnte man beim Blick in die Kataloge der Verlage und in die Regale der Buchhandlungen Zweifel daran bekommen, dass es in Europa je ein Zeitalter der Aufklärung gegeben hat“, sagte die AKJ-Vorsitzende Regina Pantos.

„Sex and Crime wird in Jugendbüchern reihenweise in zeitlos fantastische oder mittelalterlich anmutende Szenarien verpackt“, erklärte Pantos. „Kindliche Entwicklungsprobleme kommen im Gewand von traditionellen Piraten-, Prinzessinnen-, Zauberer-, Hexen- oder Drachengeschichten daher.“ Langfristig werden ihrer Ansicht nach aber eher solche Werke das Überleben des Mediums Buch bestimmen, die dramaturgisch und sprachlich sorgfältig gemacht sind, auf Klischees verzichten und Kinder wirklich ernst nehmen.

In der Gunst der jungen Leser folgen auf den Funke-Roman „Tintenherz“, der jüngst auch für das Kino verfilmt wurde, „Eragon“ von Christopher Paolini und „Whisper“ von Isabel Abedi. Die Schüler der fünften und sechsten Klassen hatten 15 Titel zur Auswahl - darunter auch Erich Kästners „Emil und die Detektive“, Enid Blytons „Fünf Freunde“ und natürlich „Harry Potter“ von Joanne Rowling. Die Liste war vorab ebenfalls von Jugendlichen zusammengestellt worden. Der undotierte Preis wird von der Stiftung Lesen und dem Medienunternehmen arvato AG verliehen.

www.leipziger-buchmesse.de

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