Kaum modische Ausrutscher bei der Oscar-Gala

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Deutsche Presse-Agentur

Wenig Pomp, dafür vornehme Eleganz in Zeiten der Krise: Bei der 81. Oscar-Gala in Hollywood zeigten die Stars modische Zurückhaltung.

Dezente Braun- und Grautöne, viel Weiß mit Glitzer- Stickereien, sparsam eingesetzter Schmuck und wenig dramatische Frisuren beherrschten die Outfits der weiblichen Hollywood-Größen. Die Promis in der zweiten Reihe griffen auch mal kräftiger in den Farbtopf: Heidi Klum setzte sich in Knallrot mit riesigen Ohrhängern in Szene, Natalie Portman wählte Kaugummi-Pink und Newcomerin Frieda Pinto („Slumdog Millionär“) schritt in einer Robe von John Galliano im kräftigen Blau über den roten Teppich.

Den Anfang in Sachen schlichter Eleganz machte die erste Oscar- Gewinnerin des Abends, die stets bezaubernde Penélope Cruz. In einer bestickten weißen Robe von Pierre Balmain nahm sie die Trophäe als beste Nebendarstellerin entgegen. Es sei ein „Vintage“-Kleid, 60- Jahre alt, hatte sie zuvor auf dem roten Teppich verraten. Mit Hochsteck-Frisur und schrägem Pony wirkte die 33-jährige Spanierin darin allerdings auch ein wenig altbacken.

Auch Laudatorin und „Sex and the City“-Star Sarah Jessica Parker hatte sich für schimmerndes Weiß im Stil einer Braut entschieden. Das dezent verzierte Korsagen-Kleid mit mehrlagigem, duftigen Rock von Dior verschaffte ihr einen glamourösen Auftritt. Gänzlich ohne Schmuck und mit wieder erdunkelter Mähne versprühte Parker trotzdem Natürlichkeit. Weniger Zurückhaltung legte Nachwuchsstar Miley Cyrus mit ihrer allzu aufwändig verzierten Zuhair-Murad-Robe an den Tag. Der aus blättrigen Lagen bestehende Rock mit üppiger Silberstickerei wirkte hoffnungslos überladen.

Kaum an Eleganz und Raffinesse zu übertreffen war das ebenfalls weiße Kleid von Marisa Tomei, die für ihre Nebenrolle in „The Wrestler“ nominiert war. Der Stoff war in zahlreichen Falten wie in Fächern um ihren Körper gelegt. Mit einer märchenhaften Schärpe zählte Tomei zu den extravagantesten Gala-Gästen. Einzige Konkurrenz: Anne Hathaway, die in einem champagnerfarbenen, schulterfreien Armani-Kleid mit Meerjungfrau-Silhouette in den Saal defilierte.

Weniger ausgefallen aber ebenso bezaubernd war die Gewinnerin des Abends, Kate Winslet. Sie nahm ihren Oscar in einem dunkelgrauen, mit wenig schwarzen Blumen verzierten Kleid aus dem Atelier Yves Saint Laurent in Empfang. Dazu trug sie Schmuck von Chopard. Auf den Dauerbrenner Schwarz hatte auch Angelina Jolie gesetzt - einziger Farbtupfer: giftgrüne Ohrringe und ein ebensolcher Ring von Lorraine Schwartz.

Meryl Streep trug ein ebenso raffiniertes wie elegantes Kleid in Olivegrau von Alberta Ferretti, schulterfrei und mit weichdrapiertem Stoff am Ausschnitt. Tilda Swinton trug ein beiges, weichfallendes Oberteil zu einem langen schwarzen Rock. Ungewöhnlich für die durchaus als modisch speziell geltende Swinton: Auffallendes Make-up samt dunkelrotem Lippenstift.

Modische Ausrutscher gab es in der 81. Oscar-Nacht kaum. Einzig das Outfit der Grande Dame Sophia Loren (74), ein gelb-orange farbenes Cinderella-Kleid, das dramatische Brüste zur Schau stellte, wirkte ein wenig deplatziert - bei aller Schlichtheit der vielen anderen Schönen auf der Bühne.

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