Kann man von „Mon Chéri“ betrunken werden?

„Schtimmt dees?“: Kann man von "Mon Chéri" betrunken werden? (Foto: unsplash/SZ)

„Mon Chéri“ gibt es aus gutem Grund erst ab einem Alter von 18 Jahren zu kaufen. Schließlich ist darin Alkohol enthalten – und zwar hochprozentiger. Immer wieder hört man sogar, dass man sich an den alkoholhaltigen Pralinen betrunken essen kann - und folglich als Autofahrer unter Umständen auch nicht mehr hinters Steuer darf. Doch… „Schtimmt dees“?

Theoretisch möglich, praktisch eher nicht

Ein Blick auf die Zutatenliste wirft Licht ins Dunkel: In 100 Gramm „Mon Chéri“ sind acht Milliliter Alkohol enthalten. In einer Praline befinden sich 0,66 Gramm Kirschlikör. Das bedeutet: Bei einem Verzehr von 15 Pralinen – was einer ganzen Packung entspricht – würden sich bei einer Person von ca. 60 Kilogramm Gewicht etwa 0,28 Promille messen lassen.

Wie sieht es also aus mit dem „Mon Chéri“-Genuss und dem Autofahren? Wer hierzulande hinter das Steuer eines Autos steigt, darf nicht mehr als 0,5 Promille im Blut haben. Allerdings: Wer mit einem Promillewerte von 0,3 einen Unfall verursacht, muss mit Strafen rechnen. 

Natürlich wirkt Alkohol in jedem Körper unterschiedlich – je nachdem, wie viel Körpergewicht jemand mitbringt und ob die Person es gewohnt ist, Alkohol zu sich zu nehmen oder nicht. Im Durchschnitt lässt sich jedoch sagen, dass beispielsweise eine Frau mit einem Gewicht von 60 Kilogramm 23 „Mon Chéri“-Pralinen essen müsste, um die 0,5 Promille-Grenze zu erreichen. Das wären also fast zwei Packungen. Bei einem Mann mit ca. 80 Kilogramm Körpergewicht wären es bereits 35 Pralinen.

Die Modellrechnung eignet sich jedenfalls keinesfalls zum Ausprobieren. Die Auswirkungen von Alkohol sind von Mensch zu Mensch verschieden und lassen sich keinesfalls pauschalisieren. Hinzu kommt, dass der oder die Pralinenverzehrende im Anschluss mit großer Wahrscheinlichkeit über Verdauungsprobleme und Stimmungsschwankungen klagen würde, denn: Allein in einer „Mon Chéri“-Praline sind bereits fünf Gramm Zucker versteckt.

Rumkugeln und Weinbrandbohnen

Und wie sieht es bei anderen alkoholhaltigen Naschereien aus? Ziemlich ähnlich: Theoretisch wäre es möglich, praktisch jedoch schlichtweg utopisch. Viele Rumkugeln sind meist nur mit Rum-Aroma versetzt, sodass sie überhaupt keinen Alkohol enthalten. Bei alkoholhaltigen Rumkugeln ist der Alkoholgehalt in der Regel vergleichsweise gering und beträgt lediglich bis zu drei Prozent. Eine Flasche Bier enthält rund 20 Gramm Alkohol. Um auf die gleiche Wirkung zu kommen, müsste man fast ein ganzes Kilogramm Rumkugeln verzehren.

Und wie sieht es bei der beliebten Weinbrandbohne aus? In einer Weinbrandbohne sind etwa drei bis sechs Massenprozent Alkohol vorhanden. Das bedeutet: Bei einem Körpergewicht von 75 Kilogramm müsste man innerhalb kürzester Zeit mindestens 40 Weinbrandbohnen verspeisen, um über die 0,5 Promille zu kommen.

Trotz des eher geringen Alkoholgehalts raten Ärzte allerdings dazu, in der Schwangerschaft auf alkoholhaltige Süßigkeiten zu verzichten. 

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