Kampnagel bringt „Der Fall Esra“ auf die Bühne

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Deutsche Presse-Agentur

Die Hamburger Kulturfabrik Kampnagel bringt eine dramatisierte Fassung des juristisch lange umstrittenen Romans „Esra“ auf die Bühne.

Die Produktion „Der Fall Esra“ der Regisseurin Angela Richter soll am 2. April Premiere haben, bestätigte Sprecherin Mareike Holfeld einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Die Regisseurin spricht von einem „die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fiktion auslotenden Stoff“ und lässt sich juristisch beraten, um Rechtsverstöße zu vermeiden.

Das Produktionsteam versteht die Arbeit auch als Protest gegen die Entscheidung der höchsten deutschen Richter: Mehr als vier Jahre hatte sich der Streit um den Roman „Esra“ von Maxim Biller hingezogen, bis das Bundesverfassungsgericht im Oktober 2007 entschied, dass das Buch nicht erscheinen darf. Das stark autobiografische Werk verletzte demnach das Persönlichkeitsrecht von Billers früherer Lebensgefährtin, weil sie eindeutig in der Romanfigur „Esra“ erkennbar war und der Roman intimste Details zwischen der Romanfigur und dem Ich-Erzähler Adam schilderte.

Man frage sich, warum „die tragische Romanze zwischen einem jüdischen Schriftsteller und einer türkischstämmigen Frau in Deutschland als zu real empfunden wird“, sagte Kampnagel-Dramaturg András Siebold. Es gebe „kein Recht auf schmeichelhafte Darstellung. Kunst muss alles sagen dürfen“, meinte Richter.

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