Julia Stegner zeigt ihre Locken für Berlin

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Deutsche Presse-Agentur

Berlin ist diese Woche wieder im Mode- und Modelfieber. Die Fashion Week hat eine neue Botschafterin: Julia Stegner - 1,84 Meter groß, wallende blonde Locken.

Bei der Hauptstadt-Premiere am Dienstag löste das Model, gekleidet in Lederhose, kurzes Jäckchen und Stiefel, ein riesiges Blitzlichtgewitter aus. Sie freue sich auf gute und bekannte Designer, sagte die 24-jährige Münchnerin. „Ich glaube, das wird sehr spannend.“ Bei der vierten Ausgabe der Modewoche stehen 25 Schauen auf dem Programm, die meisten davon im weißen Zelt auf dem historischen Bebelplatz.

Designer und Labels wie Lala Berlin, Kaviar Gauche, Marcel Ostertag, Sisi Wasabi und Scherer González präsentieren der Fachwelt ihre Kollektionen für den Winter 2009/2010. Boss, Joop! und Michalsky bauen den Laufsteg an anderen Orten in der Hauptstadt auf. Zum Start lädt Boss am Mittwochabend in das große Tropenhaus des Botanischen Gartens ein. Die Strenesse-Blue-Schau am Donnerstag wird von Jazz-Trompeter Till Brönner eröffnet. Auch das Hamburger Model Toni Garrn ist bei der Modewoche dabei. Die 16-Jährige saß am Samstag mit Jerry Hall auf der Couch von „Wetten, dass..?“.

Stegner ist bei der Fashion Week Nachfolgerin von Eva Padberg und macht schon seit einiger Zeit eine internationale Karriere. Noch am Dienstag wollte sie einen Zwischenstopp in Paris einlegen, um dort für Givenchy über den Laufsteg zu gehen. Stegner lebt mit ihrem Freund, einem Modefotografen, in New York, liebäugelt jedoch mit einem Zweitwohnsitz in Berlin. Sie freue sich, wenn sie in einem Atemzug mit Claudia Schiffer oder Heidi Klum genannt wird. Das sei eine Ehre, sagte Stegner. Sie sei aber ihr „eigener Mensch“.

Ihre Karriere begann 2003, bevor die Modelshows im Fernsehen populär wurden. Bei einer Castingshow hätte sie nicht mitgemacht, sagte sie. International wurde die Münchnerin, die auf dem Oktoberfest entdeckt wurde, schneller bekannt als in ihrer Heimat. „Es hat ein bisschen länger gedauert in Deutschland.“ Ihr Job sei aufregend. „Ich liebe es, dass ich soviel herumreisen kann.“

Neben der Fashion Week sorgt die Modemesse Bread & Butter für Gesprächsstoff in Berlin. Am Mittwoch will die Streetwear-Schau, die sich gerade aus Barcelona verabschiedet hat, im Beisein von Berlins Regierungschef Klaus Wowereit (SPD) ihre Pläne vorstellen. Abends lädt die Bread & Butter in den stillgelegten Flughafen Tempelhof ein, der als künftiger Ort der Messe gehandelt wird.

Der Berliner Designer Nikolas Gleber stellt am gleichen Abend am Rande der Fashion Week seine Kreationen aus deutschem Rotfuchs vor. „Friendly Fur“ (freundlicher Pelz) nennt er seine Kollektion, die als politisch korrekt anpriesen wird. Die Füchse wurden dem Label zufolge nicht für die Mode getötet, sondern um den Bestand zu kontrollieren.

Im Industrieambiente nahe dem Gleisdreieck beginnt am Donnerstag die Premium, die rund 900 Kollektionen von Männer- und Frauengarderobe ausstellt. In schlechten Zeiten werde sich die Mitte auseinanderdividieren, sagte Messeveranstalter Norbert Tillmann im Programmheft der Fashion Week. „Es gibt noch mehr Luxus und noch mehr preiswertere Dinge, das ist der Effekt. Diese Schere geht weiter auf. Dazwischen wird die Luft ganz dünn.“

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