Johnny Logan träumte seinen Grand-Prix-Sieg

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Deutsche Presse-Agentur

Musiker Johnny Logan (54) hat als einziger dreimal den Eurovision Song Contest gewonnen: Als Interpret mit den Liedern „What's Another Year“ (1980) und „Hold Me Now“ (1987) sowie 1992 als Komponist des Siegersongs „Why Me“.

Der Ire, dessen neues Album „Irishman In America“ gerade in Deutschland veröffentlicht wurde, sprach mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Frankfurt über seine Erinnerungen an den Musikwettbewerb.

Was sind Ihre Erinnerungen an Ihre Grand-Prix-Siege?

Logan: „Die intensivste Erinnerung an 1980 ist, dass ich am Morgen des Wettbewerbs um 6.00 Uhr aufwachte und geträumt hatte, ich hätte gewonnen. Der Traum war so realistisch, dass ich zutiefst enttäuscht war, als ich merkte, es war nur ein Traum. Und als ich dann tatsächlich gewann, war das ein sehr eigenartiges Gefühl. Es war sehr unschuldig, aufregend und sehr demütig. Für 1987 gilt das noch mehr.“

Inwiefern?

Logan: „Ich war ein nervliches Wrack, weil ich diesmal wusste, was ich tue. Vielleicht kann man mein Gefühl damals mit einem Autorennfahrer vergleichen. Ich habe mich zwar nicht als Sieger gesehen, aber ich habe einfach niemanden gesehen, der mich hätte schlagen können. Ich habe einfach überhaupt nicht auf die anderen geachtet und mich nur auf das konzentriert, was ich tat. Mit Erfolg. Meine einzige Sorge war, die hohen Noten richtig zu treffen. (...) Das irische Fernsehteam, das mich begleitete, öffnete eine Magnumflasche Champagner und jedes Mal, wenn ich zwölf Punkte bekam, trank ich ein Glas auf Ex. Bis zu meinem Siegerauftritt hatte ich die ganze Flasche getrunken. Ich wurde aber gar nicht betrunken, weil alles so aufregend war.“

Viele Teilnehmer und sogar Gewinner des Grand Prix sind bald danach vergessen. Was haben Sie gemacht, dass man Sie fast 30 Jahre später noch kennt?

Logan: „Ich habe meine Rechnungen bezahlt. Im Ernst: ich habe einfach auch danach weitergearbeitet und das weiter gemacht, was ich vorher gemacht habe. Nach dem ersten Sieg war die Gefahr natürlich groß, in die One-Hit-Wonder-Falle zu geraten.“

Gab es deutsche Grand-Prix-Kandidaten, die Sie beeindruckt haben?

Logan: „Roger Cicero (Kandidat 2007). Er ist großartig. Ich bin ein Fan von ihm. Er ließ die anderen Kandidaten sehr durchschnittlich aussehen.“

Interview: Max Blosche

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