Joan Mitchells abstrakter Expressionismus in Emden

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Deutsche Presse-Agentur

Als „Fest der Farbe im grauen Winter“ zeigt die Emder Kunsthalle bis zum 8. März Gemälde der US-Amerikanerin Joan Mitchell (1925-1992).

Es ist die erste Einzelaustellung der Künstlerin in Deutschland seit der documenta von 1959, auf der sie als Vertreterin der New Yorker Avantgarde des abstrakten Expressionismus vorgestellt wurde. Außerhalb der USA blieb Joan Mitchell immer im Schatten ihrer männlichen Kollegen Jackson Pollock, Willem de Kooning oder Franz Kline.

„Der abstrakte Expressionismus galt als Malstil für Männer mit Berserkerkräften“, sagt der wissenschaftliche Leiter der Kunsthalle, Nils Ohlsen. Joan Mitchell sei es gelungen, eine eigenständige „wilde und kräftige Handschrift“ zu entwickeln. Von 1960 bis zu ihrem Tod lebte die Malerin in Frankreich. Ihrem früh entwickelten Stil blieb sie treu, als längst andere Kunstrichtungen den Ton angaben. Gestisch und abstrakt sind auch die Bilder, in denen sie sich mit der Klassischen Moderne auseinandersetzte und von Vincent van Gogh, Paul Cèzanne oder Claude Monet inspirieren ließ.

In die sieben Ausstellungssäle in Emden passen wegen des Riesenformats der Gemälde (drei mal acht Meter) nur 34 Werke. Als Kontrast zu den monumentalen Malereien zeigt die Kunsthalle ebenfalls vom 6. Dezember bis 8. März eine separate Kabinett-Ausstellung mit Automatenfotos von Jan Wenzel. Der 1972 in Bautzen geborene Fotograf und Journalist lebt in Leipzig. Seine oft skurrilen Bildserien entstehen in Fotofix-Automaten, die gewöhnlich für Passfotos genutzt werden. Dabei stehen nur 28 Sekunden zur Verfügung für das Dekorieren und Auswechseln von Materialien für die jeweils vier Bildchen eines Streifens.

www.kunsthalle-emden.de

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