Jason Statham rast in „Transporter 3“ durch Europa

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

Ein Mann und sein Auto: Der Actionstreifen „Transporter 3“ schickt den Elitesoldaten Frank Martin wieder einmal auf eine schier unmögliche Mission. In seinem Sportwagen soll er ein Paket mit unbekanntem Inhalt von Frankreich nach Osteuropa bringen.

Die kommerziell erfolgreichen Teile eins und zwei der „Transporter“-Trilogie waren PS-starkes Actionkino, in dem Dialoge und eine logische Handlung zweitrangig waren. Auch im neuen Transporter-Aufguss ist das Gaspedal der eigentliche Hauptdarsteller. Allerdings treten nun arge Verschleißerscheinungen auf. Denn auch die waghalsigsten Verfolgungsjagden verlieren im Dauerzustand ihren Reiz.

Wer sich bei „James Bond“-Filmen wünscht, 007 würde seinen Fahrersitz gar nicht erst verlassen, sitzt bei „Transporter 3“ im richtigen Kinosessel. Tatsächlich ist der Filmheld in seinem Auto wie festgewachsen. Denn ein böser Mafioso (Robert Knepper, „Prison Break“) hat ihm ein explosives Armband angeschweißt. Wenn er sich zu weit vom Auto entfernt, explodiert es. Eine tickende Bombe am Handgelenk stellt für den Helden jedoch ein überwindbares Problem dar. Denn, wie der Film zeigt, Autos lassen sich auch durch Wände hindurch in Wohnzimmer oder Eisenbahnwaggons fahren.

Als Abwechslung zu den Verfolgungsjagden kupfern die Filmemacher ausgiebig bei James Bond ab. Sogar die Filmmusik erinnert bisweilen an die allseits bekannte Bond-Melodie. Im dunklen Anzug bemüht sich Statham als britischer Vollgasexperte stets um Eleganz. Eine Ukrainerin als Beifahrerin nutzt die wenigen „Boxenstopps“, um sich lasziv in der Kamera zu räkeln.

Charakterlich zeigt sich der Held diesmal so blütenweiß wie sein Anzughemd. So verliert das Drehbuch letzte Ecken und Kanten. In einem der Vorgängerfilme erlag der Auftragschauffeur dem Lockruf des Geldes und verkam bisweilen zum Menschenhändler, um schließlich doch noch auf die richtige Seite zurückzukehren. Von derlei Grautönen ist im dritten Teil keine Spur. Mit entschlossenem Handeln verhindert der strahlende Held eine Umweltkatastrophe.

Luc Besson feierte als Regisseur mit „Leon der Profi“ oder „Das fünfte Element“ Erfolge in den 1990-er Jahren. In letzter Zeit übte er sich besonders im Ausschlachten cineastischer Hochgeschwindigkeits-Projekte. Seine „Taxi“-Reihe brachte es auf vier Kinofilme. In „Transporter 3“ hat Besson als Produzent und Drehbuchautor nun abermals keine Scheu vor der uninspirierten Wiederholung einer reifenquietschenden Erfolgsformel.

www.transporter3-derfilm.de

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen