James Yuill: Laptop-Troubadour mit Heimvorteil

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Deutsche Presse-Agentur

James Yuill ist kein Songwriter im herkömmlichen Sinne, denn neben seinem balladesken Gitarrenspiel und dem weichen, melodiösen Gesang nutzt er Computerbeats und elektronische Soundcollagen als weitere musikalische Ausdrucksmittel.

Mit seinem Debüt „Turning Down Water For Air“ zeigt James Yuill neben den bereits 2008 veröffentlichten Singles „No Surprise“ und „No Pins“ zum ersten Mal in großem Umfang sein musikalisches Können jenseits des elektronischen Mainstreams - und reiht sich ein in die junge Laptop-Songwriter-Generation wie Jeremy Warmsley, Ben Esser, Rod Thomas oder Dan Deacon. DJ-Größen wie Huw Stephens, Colin Murray oder Zane Lowe von BBC Radio1 zählen ihn bereits jetzt zu ihrem festen Repertoire.

Wie auch seine Mitstreiter gibt James Yuill seine eigene Antwort auf die Verbindung von akustischer Musik und elektronischen Beats. Die Idee, beides zu kombinieren, wurde schon in den 90er Jahren geboren, als Solo-Instrumentalisten und DJs ohne großes Aufgebot Clubs und Musiksäle mit Hilfe von Sequenzern und Computertechnologie beschallten. Aufgrund fortschreitender Entwicklung von Software und erweiterten Speichermöglichkeiten schöpft James Yuill mittlerweile aus einer schillernden Sound-Palette, die sowohl Rewinding-Effekte der Beatles als auch schrille Justice-Klänge imitiert.

Trotzdem besinnt er sich immer wieder auf die Wirkung der durch Sensibilität sich auszeichnenden Gesangslinien und der Virtuosität seines Gitarrenspiels. Ganz den beiden gegensätzlichen Elementen Luft und Wasser folgend, versucht Yuill die Balance zwischen analog-akustischem Songwriting und synthetischen Stilelementen auszuloten. So gelingen ihm am Laptop ein Dutzend Songs, die dem Hörer einerseits das Gefühl von Intimität vermitteln, andererseits mit House-Attitüden die Tanzfläche erobern wollen.

Mit Songs wie „Over The Hills“ versteht es Yuill Nick-Drake-Folkeinflüsse mit flirrenden New-Order-Beats zu kombinieren. Doch auch Freunde des French-House kommen mit „No Pins Allowed“ auf ihre Kosten: Über die stimmlich weiche Melodieführung mit Background-Gesang schiebt sich ein Fuzzy-Synthiebass, wie ihn Justice nicht besser hätte programmieren können. Im Ganzen ein abwechslungsreiches Album, dessen reizvolle Mischung aus synthetischen und organischen Elementen gekonnt auf den Punkt gebracht wurde.

www.jamesyuill.com

www.myspace.com/jamesyuill

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