Italien: Autobahnbrücke bei Savona nach Unwettern eingestürzt

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Deutsche Presse-Agentur

Heftige Unwetter haben in Südfrankreich zwei Menschen das Leben gekostet und Hunderte in Italien von der Außenwelt abgeschnitten. Bei Savona in Ligurien stürzte ein Autobahnviadukt auf einer Länge von etwa 30 Metern ein. Beide Regionen sind jedes Jahr ein beliebtes Reiseziel auch von vielen Menschen aus der Region.

Ursache könnte ein Erdrutsch sein, schrieb die Region Ligurien auf Twitter. Tote oder Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet. Ein Video zeigte Fahrzeuge, die anscheinend dicht vor der Bruchstelle zum Stehen gekommen waren.

Dieser Tweet der Feuerwehr zeigt die eingestürzte Autobahn.

Die Autobahn A6 war zwischen Savona und Altare in Richtung Turin unterbrochen, aus Sicherheitsgründen wurde laut Nachrichtenagentur Ansa auch die Gegenfahrbahn gesperrt. Die Einsturzstelle liegt unweit der Abzweigung der A6 von der Küstenautobahn A10. Die A6 führt durch bergiges Gelände.

Der Einsturz erinnert an den Brückeneinsturz von Genua vom August 2018 - hat aber offenbar andere Gründe. 

Der Nordwesten Italiens wird nämlich seit Tagen von heftigen Regenfällen heimgesucht. In Teilen Liguriens und Piemonts galt am Sonntag noch die höchste Alarmstufe Rot, sie wurde in Ligurien aber am Nachmittag auf Gelb zurückgestuft. Viele Bewohner sind nach Erdrutschen von der Außenwelt abgeschnitten.

Straßen auch in Südfrankreich gesperrt

In Südfrankreich waren Straßen gesperrt, zwischen der Ferienmetropole Nizza und der Hafenstadt Toulon fuhren zeitweilig keine Züge mehr. Innenminister Christophe Castaner besuchte am Sonntag das Krisengebiet und sicherte Betroffenen Unterstützung zu. Er bestätigte, dass zwei Menschen starben. „Wir sind noch auf der Suche nach vier weiteren Personen“, sagte der Minister.

Die Leiche eines etwa 50 Jahre alten Mannes wurde in einem Auto in Cabasse im Département Var gefunden, berichteten der Nachrichtensender Franceinfo und andere Medien. Der andere Tote wurde in dem Ort Le Muy nordwestlich der Riviera-Stadt Fréjus entdeckt. Dort war zuvor ein Mann nach dem Kentern eines Rettungsboots als vermisst gemeldet worden. Im Verwaltungsbezirk Var wurde im Ort Saint-Antonin-du-Var zudem ein 77 Jahre alter Mann vermisst. In dem Ort führt ein Fluss Hochwasser. Französische Medien berichteten auch von Verletzten.

In den nordwestitalienischen Regionen Ligurien und Piemont machten Erdrutsche viele Straßen unpassierbar. Keller, Unterführungen und Geschäftsräume wurden überschwemmt. In Ligurien waren nach Angaben der Regionalregierung 374 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. 122 weitere seien in Sicherheit gebracht worden. Die Alarmstufe Rot galt am Sonntag auch für die südliche Region Kalabrien an der Fußspitze des italienischen Stiefels.

In Turin, der Hauptstadt Piemonts, wurde der Marathon abgesagt. Der Wasserstand des Po erreichte kritische Höhen. In Sezzadio südlich von Alessandria stürzte ein Auto in den Fluss Bormida. Einer der drei Insassen werde noch vermisst, schrieb die Feuerwehr. Im Aostatal schnitten Lawinen rund 1000 Bewohner ab, wie Ansa meldete.

In Genua hatte es bereits am Samstag vor allem im Polcevera-Tal schwere Überschwemmungen gegeben. Dies ist der Teil der Stadt, in dem 2018 beim Einsturz einer Autobahnbrücke 43 Menschen ums Leben kamen.

Auch in Venedig stieg das Wasser am Sonntag wieder und erreichte am Vormittag 130 Zentimeter über dem normalen Meeresspiegel. Am 12. November hatte ein Hochwasser von 187 Zentimetern schwere Schäden in der Lagunenstadt angerichtet. Für den Abend wurde ein Hochwasserstand von 120 Zentimetern erwartet.

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