In den Alpen droht ein Munitionslager in die Luft zu fliegen

Lesedauer: 2 Min
Das Gebiet um das ehemalige Munitionslager in Mitholz. Es stammt aus den Jahren des Zweiten Weltkriegs und droht, in die Luft zu
Das Gebiet um das ehemalige Munitionslager in Mitholz. Es stammt aus den Jahren des Zweiten Weltkriegs und droht, in die Luft zu fliegen. (Foto: dpa)
Deutsche Presse-Agentur

In den Schweizer Alpen droht ein Munitionslager aus den Jahren des Zweiten Weltkriegs in die Luft zu fliegen. Eine kleinere Explosion könne zwar im Durchschnitt nur alle 300 Jahre passieren, das Risiko für die Bevölkerung der umliegenden Dörfer sei aber nicht akzeptabel, berichtete das Bundesamt für Umwelt.

Es informierte Anwohner am Montagabend über die Ergebnisse einer Studie, an der Experten des deutschen Fraunhofer-Instituts für Kurzzeitdynamik beteiligt waren. Das Lager liegt in Mitholz, nahe der Skiregion Kandersteg und gut 60 Kilometer südlich der Hauptstadt Bern.

Das Gebiet um das ehemalige Munitionslager in Mitholz.
Das Gebiet um das ehemalige Munitionslager in Mitholz. (Foto: dpa)

Das Verteidigungsministerium war im vergangenen Sommer in einer Analyse zu dem gleichen Schluss gekommen. Es prüft nun, wie das Lager gesichert werden kann. Und überwacht die Anlage inzwischen mit Video- und Wärmebildkameras sowie Sensoren, die austretende Gase messen.

Das Ministerium prüft den Einsatz eines Roboters oder ferngesteuerten Baggers zur Bergung der verschütteten Munition. Der Prototyp eines solchen Geräts könnte in ein bis zwei Jahren vorliegen, hieß es. Die Bewohner verlangen die vollständige Räumung des Lagers.

+++ Hier klicken, um zum Bericht des Bundesamtes für Umwelt zu gelangen +++

In dem Munitionslager aus den 1940er Jahren war es 1947 bereits zu einer schweren Explosion gekommen. Damals kamen in Mitholz neun Menschen ums Leben und zahlreiche Häuser wurden durch umherfliegende Gesteinsbrocken teils zerstört.

In den eingestürzten Anlageteilen und im Schuttkegel liegen noch rund 3500 Tonnen Munition mit mehreren hundert Tonnen Sprengstoff.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen