Illegaler Abschuss sorgt für Bärenschwund

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Deutsche Presse-Agentur

Wie die Umweltstiftung WWF in Wien mitteilte, „dürften im Zeitraum von 1994 bis 2007 im Großraum Ötscher zumindest einige der etwa 20 Braunbären illegal beseitigt“ worden sein. Zu diesem Schluss sei eine Sonderkommission der Polizei in ihren im Jahr 2007 begonnen Ermittlungen gekommen. Von den ursprünglich bis zu 35 in Österreich lebenden Braunbären sind laut WWF nur zwei männliche Tiere übriggeblieben.

„Wir gehen davon aus, dass Illegalität eine Rolle gespielt hat““, meint Karl Frauenberger vom zuständigen Referat Umweltkriminalität des österreichischen Bundeskriminalamts in seiner Stellungnahme. Allerdings habe die Polizei nur in einem Fall in Niederösterreich den illegalen Abschuss einer Jungbärin „zweifelsfrei nachweisen“ können. Die Ermittlungen seien dennoch abgeschlossen und der Staatsanwaltschaft übergeben worden.

Experten des WWF sind inzwischen zu dem Schluss gekommen, dass der rapide Schwund der Bärenpopulation neben dem illegalen Abschuss auch durch eine „zu kleine Zahl von Gründerbären“ verursacht wurde. Der Import von nur vier Gründerbären aus Slowenien zwischen 1989 und 1993 sei zu klein gewesen, um damit eine überlebensfähige Population sicherzustellen, meint der niederösterreichische „Bärenanwalt“ Georg Rauer. Da inzwischen nur noch zwei männliche Bären in den Wäldern der Nördlichen Kalkalpen der Bundesländer Niederösterreich, Steiermark, Oberösterreich und Salzburg leben, gehe es jetzt darum, dem Bären „eine neue Chance“ zu geben. Insbesondere plant der WWF die gleichzeitige Wiederansiedlung einer deutlich größeren Zahl von Bären, um die neue Population von Beginn an besser zu sichern.

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