IBM greift nach Sun Microsystems

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Deutsche Presse-Agentur

Der Computerkonzern IBM will nach einem Pressebericht den Konkurrenten Sun Microsystems schlucken. Die Übernahme könne noch diese Woche verkündet werden, zitiert das "Wall Street Journal" in seiner Online-Ausgabe am Mittwoch mit der Situation vertraute Personen.

Der Kaufpreis wird auf mindestens 6,5 Milliarden Dollar veranschlagt, was rund das doppelte des derzeitigen Börsenwerts wäre. Allerdings, so schränkten die Personen ein, könne das Geschäft auch noch in letzter Minute platzen. Die Unternehmen kommentierten die Informationen gegenüber der Zeitung nicht.

Beide Konzerne stellen Großrechner und die passende Software her, beide sind beim offenen Betriebssystem Linux engagiert und beide sind wenig abhängig vom Prozessorenprimus Intel. IBM hat allerdings durch sein starkes Dienstleistungsgeschäft die Wirtschaftsflaute wesentlich besser wegstecken können als Sun. IBM bietet unter anderem Technologieberatung und die Auslagerung von IT an. Diese Services versprechen hohe Profite, weshalb IBM in diesem Jahr trotz Rezession mit einem neuerlichen Rekordergebnis rechnet.

Auch Sun entwickelt sich in Richtung Dienstleister, ist momentan aber noch von seiner Hardware abhängig. Das hat in der Vergangenheit immer wieder zu roten Zahlen geführt, ist der Markt doch heiß umkämpft und darüber hinaus anfällig für konjunkturelle Schwankungen. Alleine im vergangenen Jahr fiel ein Verlust von 209 Millionen Dollar an. Sun streicht deshalb jeden fünften seiner weltweit 33.000 Arbeitsplätze. Bei IBM arbeiten mehr als 400.000 Menschen.

Neben Sun und IBM zählen Hewlett-Packard (HP) und Dell zu den größten Server-Herstellern der Welt. Zum Einsatz kommen die Hochleistungs-Rechner in Computernetzen großer Unternehmen - etwa in der momentan stark gebeutelten Finanzbranche oder im vergleichsweise stabilen Telekommunikationssektor. Über Server läuft auch der Datenverkehr im Internet. Durch den Sun-Kauf würde IBM seine Stellung in all diesen Bereichen ausbauen, schreibt das "Wall Street Journal".

Der Markt ist am Montag jedoch noch ein Stück enger geworden. Der Netzwerkausrüster Cisco Systems hatte seinen Einstieg ins Großrechner-Geschäft bekannt gegeben und will die Konkurrenz mit einem Rundum-Angebot aus einer Hand angreifen. Cisco hat sich dafür unter anderem mit Intel und dem Windows-Hersteller Microsoft. Dies werten die Analysten der Societe Generale als direkten Angriff auf IBM.

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