Hunderttausende Narren trotzten Tief „Wulfdieter“

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Schwäbische Zeitung

Köln (dpa) ­ Mehr als eine halbe Million Narren haben sich am Wochenende auch von Tief „Wulfdieter“ beim Straßenkarneval in Nordrhein-Westfalen die Laune nicht vermiesen lassen. Rund 300 000 Besucher feierten am Sonntag in Köln die „Schull- und Veedelszöch“ (Schul- und Stadtviertelzüge).

Das sind die bekanntesten Karnevalsumzüge vor Rosenmontag. Trotz durchgängigen Sprühregens und grauem Himmel verzeichneten die Organisatoren mit 48 Schulen, 54 Nachbarschaftsvereinen und 20 Musikkapellen einen Teilnehmerrekord. In Duisburg zählte die Polizei am Sonntag beim Kinderkarnevalsumzug rund 100 000 Besucher.

Während die große Mehrheit der Besucher friedlich und ausgelassen feierte, kam es unter einigen meist alkoholisierten Jecken immer wieder zu Streitigkeiten. In Köln wurde ein 21-Jähriger am Rande des Straßenkarnevals bereits am frühen Sonntagmorgen mit einer abgebrochenen Glasflasche lebensgefährlich verletzt.

Mit ihren Kostümen und Wagen griffen die Kölner Jecken unter anderem die Finanzkrise sowie die Verkehrsumweltzone auf. Mehr Geld für Schulen forderte ein Kölner Gymnasium aus der Innenstadt. Als Piraten verkleidet wollten sich die Schüler die finanzielle Unterstützung von den Banken „zurück ergaunern“.

Die „Veedelszöch“ gehen auf Umzüge mittelalterlicher Gesellenbanden zurück, die damit ihren Alltag karikierten. 1952 kamen die „Schullzöch“ hinzu, die den karnevalistischen Nachwuchs fördern sollen. Im Gegensatz zum Rosenmontagszug können die Teilnehmenden der „Schul- und Veedelszöch“ ihr Motto frei wählen und müssen sich nicht an dem diesjährigen Thema „Unser Fastelovend - himmlisch jeck“ orientieren.

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