Hintergrund: Zellteilung und Alterung

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Deutsche Presse-Agentur

Bei jeder Zellteilung verkürzen sich die Enden der Chromosomen, die Telomere (griechisch für Endteile), um ein winziges Stück. Irgendwann sind die Enden so knapp, dass sich die Zelle nicht mehr teilen kann oder stirbt.

Um diese Feinheiten der Zellbiologie anschaulich zu erklären, haben Forscher Bilder für sie gefunden: Sie sprechen von einer abbrennenden Zündschur oder einem Schnürsenkel, den Plastikringe am Ende vor dem Zerfransen schützen - bis die als Endteile dienenden Schutzringe selbst in winzigen Schritten abgenutzt und verbraucht sind.

Die mit dem Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2009 ausgezeichneten US-Biologinnen Elizabeth Blackburn und Carol Greider entdeckten 1984 das Enzym Telomerase. Es unterbindet die Verkürzung der Telomere. Der „Schnürsenkel“ wird nicht kürzer. Nachweisbare Mengen Telomerase finden sich beim Menschen nur in wenigen Zellen, die sich dauerhaft erneuern müssen. Und sie findet sich in Krebszellen, die so unkontrolliert wuchern können.

Auch die Möglichkeiten, die sich aus dem neuen Wissen ergeben könnten, haben Forscher in anschauliche Bilder gefasst: Die einen sehen vor allem die Chance, die Zellalterung zu beeinflussen und auszuschalten - den Weg zum Traum vom Jungbrunnen. Die anderen betonen die Bedeutung der Zellalterung als körpereigene Notbremse gegen verbrauchte Zellen und damit als wichtigen Schutz gegen Krebs.

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