Hintergrund: Zahlen zum Mobilfunk-Markt

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Deutsche Presse-Agentur

Einige Eckdaten zum Mobilfunkmarkt zum Branchentreff Mobile World Congress in Barcelona (16.-19.2.):

- weltweit gab es zuletzt rund vier Milliarden Mobilfunk-Anschlüsse. Damit hat sich das Wachstum nochmal beschleunigt: Im Jahr 2007 hatte es ein Plus von etwa 20 Prozent auf 3,2 Millionen gegeben. Der Zuwachs geht nicht nur auf neue Handy-Nutzer zurück, sondern auch darauf, dass in immer mehr Geräte wie Notebooks gleich Mobilfunk-Chips eingebaut werden;

- für dieses Jahr rechnen Branchenexperten mit einem Anstieg auf 4,5 Milliarden Mobilfunk-Anschlüsse und mit sechs Milliarden bis 2013. Im Jahr 2005 hatte es erst zwei Milliarden Mobilfunk-Anschlüsse gegeben;

- erst 100 Millionen der Mobilfunk-Anschlüsse sind Breitband- Verbindungen, die schnelles surfen im Internet ermöglichen;

- das Wachstum wird vor allem von neuen Märkten wie Indien, China oder Afrika getragen. So kommen in Indien jeden Monat zehn Millionen neue Mobilfunk-Kunden hinzu. China hat mehr als 600 Millionen Mobilfunk-Nutzer - bei unter 400 Millionen Festnetz-Anschlüssen;

- das Wachstum der Handy-Verkäufe ist 2008 stark von der Wirtschaftskrise gebremst worden. Die Marktforscher von IDC ermittelten ein Wachstum von 3,5 Prozent auf gut 1,18 Milliarden verkaufte Mobiltelefone. Nokia schätzte für den Gesamtmarkt ein Plus von sechs Prozent auf 1,21 Milliarden Geräten. Auf jeden Fall blieb der Zuwachs weit unter der Prognose von zehn Prozent und den zwölf Prozent des Jahres 2007;

- für dieses Jahr wird mit einem Absatzrückgang „im einstelligen Prozentbereich gerechnet. Einige Analysten sprechen konkreter von einem Minus von vier bis sechs Prozent. Das könnte bedeuten, dass etwa 70 Millionen Handys aller Anbieter weniger verkauft werden;

- Nokia ist weiterhin der Handy-Weltmarktführer, der Marktanteil sank allerdings Ende 2008 auf 37 Prozent von 40 Prozent ein Jahr zuvor;

- besonders im vierten Quartal schlug die Krise auf die Handy-Hersteller durch: Der Absatz fiel im Jahresvergleich nach IDC-Zahlen um 12,6 Prozent;

- Hoffnungsträger der Branche für die Zukunft sind die sogenannten Smartphones - eine Mischung aus Handy und Mini-Computer. Ihr Absatz stieg im vergangenen Jahr nach Nokia-Schätzungen um 37,6 Prozent auf 161 Millionen. Das war allerdings deutlich langsamer als die Wachstumsrate von 60 Prozent aus dem Jahr 2007. Für dieses Jahr wird ein Anstieg auf 190 bis 200 Millionen verkaufte Smartphones erwartet;

- Nokia dominierte lange auch den Smartphone-Markt, doch durch neue Wettbewerber wie vor allem Apple mit seinem iPhone und den E-Mail-Dienst BlackBerry sank der Marktanteil Ende 2008 auf 38 Prozent von mehr als 50 Prozent vor einem Jahr. Mit der Verbreitung von Handys mit dem von Google angestoßenen Betriebssystem Android dürfte der Druck noch steigen.

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