Hintergrund: Übertragungswege für Breitband-Internet

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Deutsche Presse-Agentur

Der Begriff Breitband steht für schnelle Internet-Verbindungen. Gemeint ist die Geschwindigkeit, mit der Daten aus dem Netz heruntergeladen und gesendet werden. Die häufigste Technik in Deutschland sind DSL-Anschlüsse (Digital Subscriber Line), die über das gewöhnliche Kupfer-Telefonkabel zum Kunden kommen.

Ab welchem Tempo eine sogenannte breitbandige Verbindung besteht, ist nicht genau festgelegt. Die Bundesregierung hält mindestens eine Million Bit (ein MegaBit) pro Sekunde für angemessen. Für Multimedia- Anwendungen wie Fernsehen übers Internet (IPTV) sind aber deutlich höhere Datendurchsatz-Raten notwendig. Daher liegen die Angebote heute eher bei mehr als 6 MBit pro Sekunde. Allerdings können die versprochenen Übertragungsraten bei weiten nicht immer erreicht werden - unter anderem weil die DSL-Verbindungen langsamer werden je weiter der Kunde von einem Knotenpunkt entfernt ist. Außerdem steht für das Senden von Daten (Upload) technisch bedingt eine geringere Bandbreite zur Verfügung als für das Empfangen (Download).

Da die Telekommunikations-Konzerne in sogenannten „Triple-Play“- Angeboten aus Online-Zugängen, Telefonie und Internet-Fernsehen die Zukunft sehen, arbeiten sie an neuen Netzen mit noch weitaus höheren Geschwindigkeiten. Die Deutsche Telekom baut mit Milliarden- Investitionen unter der Bezeichnung VDSL ein Glasfaser-Netz mit Datenraten von derzeit bis zu 50 MBit pro Sekunde aus - allerdings müssen die Kunden dafür auch mehr zahlen. Auch einige Wettbewerber der Telekom arbeiten an eigenen Netzen. In Zukunft sollen Geschwindigkeiten von bis zu 100 MBit pro Sekunde die Regel sein.

Die Dominanz der DSL-Technik in Deutschland geht zurück auf einen breit angelegten Ausbau der Telefonnetze in den 90er Jahren. Dagegen haben zum Beispiel in den USA die Kabelnetz-Betreiber eine führende Position bei der Breitband-Versorgung - das schnelle Internet kommt dabei mit aus dem TV-Kabel. Als weitere Alternative vor allem für die Breitband-Versorgung entfernter oder ländlicher Gebiete bringen sich Satelliten-Betreiber in Stellung. Schnelles Internet unterwegs bekommt man per Funk über WLAN-Netze oder den Mobilfunk-Standard UMTS. Eine noch wenig verbreitete Alternative sind Internet-Zugänge über Stromkabel („Powerline“).

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