„Hilde“-Weltpremiere stürmisch gefeiert

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Deutsche Presse-Agentur

Die mit großer Spannung erwartete Weltpremiere des Films „Hilde“ über das Leben der Schauspielerin und Chansonsängerin Hildegard Knef (1925-2002) mit Heike Makatsch ist am Freitagabend auf der Berlinale mit stürmischem Beifall aufgenommen worden.

Außer mehreren Darstellern war auch Knefs letzter Ehemann Paul von Schell erschienen, der als Berater am Film mitwirkte. Regisseur Kai Wessel („Die Flucht“) sagte nach der Premiere, es sei besonders wichtig gewesen, den Film in Berlin, der langjährigen Heimat von Hildegard Knef (die in Ulm geboren wurde), uraufzuführen. „Mir fällt ein Stein vom Herzen, der Film scheint gut anzukommen, das macht uns glücklich“, meinte er nach dem starkem Applaus der fast 1800 Besucher.

In dem unter anderem in den Studios Babelsberg und in Südafrika gedrehten Film, der in der Sonderreihe „Berlinale Special“ außer Konkurrenz im Friedrichstadtpalast gezeigt wurde, verkörpert Heike Makatsch die Rolle der legendären deutschen Schauspielerin der Nachkriegszeit („Die Sünderin“), die auch in den USA Erfolge feierte und oft als „Deutschlands letzte Diva“ bezeichnet wurde. Über sich selbst sagte sie einmal, „ich habe nur gelernt zu überleben, nie zu leben“.

In weiteren Rollen sind unter anderem Monica Bleibtreu, Dan Stevens (als Ehemann David Cameron), Michael Gwisdek und Hanns Zischler zu sehen. Sylvester Groth spielt den Intendanten Boleslaw Barlog, der die Knef nach dem Krieg für das Theater entdeckte und sie an sein Schlossparktheater in Berlin holte.

Erzählt wird von den Höhen und Tiefen der auch von Schicksalsschlägen nicht verschonten „Hilde“, wie sie auch kurz von den meisten Berlinern nur genannt wurde. „Hildegard Knef war wie Berlin“, sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) nach ihrem Tod 2002. „Wie die Stadt hat sie Höhen und Tiefen durchlebt, aber nie den Willen zu kämpfen aufgegeben.“ Das Filmmuseum am Potsdamer Platz in Berlin hat auch ihren Nachlass erworben.

Der Film beschränkt sich auf die Zeit von 1943 bis 1966 (bis zum triumphalen Konzert in der Berliner Philharmonie), womit ihr Sensationserfolg als Autorin mit ihrem Buch „Der geschenkte Gaul“ ebenso wie die schwere Krebserkrankung der späteren Jahre ausgespart werden. Fast die Hälfte des Films spielt noch im Krieg oder den unmittelbaren ersten Nachkriegsjahren.

www.berlinale.de

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