Herbigs „Schuh des Manitu“ als Musical

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Das eigentliche Geheimnis kann auch der Komiker selbst nicht verraten. „Ich kann nicht erklären, warum die Leute lachen“, sagt Michael „Bully“ Herbig. Er schreibe Szenen und drehe Filme, die er auch selbst sehen wolle. Offensichtlich sei das auch für andere witzig.

Nur warum, sei ihm nicht immer klar. „Ich weiß auch nicht, warum die Leute lachen, wenn ich am Flughafen "Servus" sage.“ „Servus“ sagt man inzwischen nicht nur in „Bullys“ größtem Filmerfolg „Der Schuh des Manitu“, sondern auch auf der Bühne. Im Berliner Theater des Westens feierte die Musicalfassung eine umjubelte Premiere. „Die Leute haben Spaß, das merkt man“, sagte Werbestar Verona Pooth.

Wie im Film kämpfen sich auf der Bühne die Helden Abahachi und sein weißer Blutsbruder Ranger durch die Prärie. Kaum ein Klischee aus Winnetou-Filmen oder anderen Lagerfeuer-Dramen wird ausgelassen. Die bekannten Gags aus dem „Schuh des Manitu“ sind auch auf der Bühne weitgehend vertreten. Die Musical-Macher bemühten sich aber, die filmische Western-Parodie noch zu toppen und klassische Musicalszenen auszuschlachten.

Ein sterbender Indianer beschwert sich: „Ich habe noch nicht gesungen.“ Nach einer kurzen Abschiedsarie sinkt er zu Boden und scheidet mit den Worten aus dem Leben: „Nun beiß ich endlich ins Gras, für die restliche Show viel Spaß.“ Höhepunkte sind auch im Musical Szenen, die bereits im Film in den Kreisen der Fans Kultcharakter erlangten.

Etwa das spontane Steppen des Bösewichts Santa Maria. Oder der Rundgang von Abahachis schwulem Zwillingsbruder Winnetouch durch seine Schönheitsfarm Puder Rosa Ranch, bei dem er singend eine Spezialbehandlung für die sonnengegerbte Haut anpreist: „Wisst ihr nicht, wie es euch belastet, wenn man Tag für Tag durch die Steppe hastet?“ Tanzende Badenixen und eine schaumgefüllte Wanne erinnern an Hollywoods Wasser-Musicals der 40er und 50er Jahre.

Begeisterung unter den Zuschauern löst auch Rangers Klage über das öde Anschleichen und Spurenlesen aus: „Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden.“ Geklatscht wird sogar bei Sprüchen wie „Ein Apache in der Patsche“ und gesungenen Kalauern: „Ich trink Ouzo, was machst du so“. Zur Not kann es der Zuschauer mit Abahachis Freund Dimitri halten: „Und wenn's dir nicht gefällt, dann sei so gut und tu so.“

„Bully“ Herbig freut sich über das gesungene Remake seines Erfolgsfilms mit inzwischen zwölf Millionen Zuschauern: „Es ist doch schön, wenn die Gags, die wir vor neun Jahren geschrieben haben, immer noch funktionieren.“ Die „Temperatur des Films“ werde vom Musical genau getroffen.

Nach 25 Liedern, diversen Action-Szenen auf der mit moderner Animationstechnik ausgestatteten Bühne und vielen Gläsern Ouzo in der griechischen Bar von Dimitri fällt dann auch das weise Schlusswort, gesprochen von Winnetouch: „Gott sei Dank ist es vorbei mit der Übeltäterei.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen