Handyzulieferer Balda rutscht tiefer in Verlustzone

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Deutsche Presse-Agentur

Der angeschlagene Handyzulieferer Balda ist 2008 deutlich tiefer in die Verlustzone gerutscht.

Der Fehlbetrag in den fortgeführten Geschäftsbereichen weitete sich auf 14,2 Millionen Euro aus von 2,8 Millionen ein Jahr zuvor, wie Vorstandschef Dirk Eichelberger am Mittwoch mitteilte. Es gebe „an den Zahlen nichts zu beschönigen“. Die Balda AG begründete das Ergebnis vor allem mit hohen Abschreibungen. Der Umsatz kletterte in den fortgeführten Segmenten um 11,2 Prozent auf 238 Millionen Euro.

„Das Geschäftsjahr stand im Zeichen der Umstrukturierung, Neuorientierung und Lasten aus der Vergangenheit“, sagte Eichelberger. Für 2009 sei ein Umsatzeinbruch nicht auszuschließen, man strebe aber mindestens ein ausgeglichenes Vorsteuer-Ergebnis an. 2008 gab es auf dieser Basis einen Verlust von 9,4 Millionen Euro.

Der vor knapp einem Jahr angekündigte Verkauf der Medizintechnik- Sparte könnte derweil platzen: Ein Käufer ist laut Eichelberger noch immer nicht gefunden. Es sei „grundsätzlich nicht auszuschließen“, dass das Segment nun doch unter dem Balda-Dach bleibt. Der frühere Finanzvorstand Eichelberger, der zum Jahreswechsel Joachim Gut als Firmenchef abgelöst hatte, räumte ein, dass der Vorstand zwischen Oktober 2007 und April 2008 Fehler gemacht habe. Diese hätten zu Vertrauensverlust geführt. „Wir bedauern diese Fehler sehr.“ Der Manager spielte auf den Rückkauf der europäischen Infocom-Aktivitäten an.

Nach dem Teilverkauf der Anteile an der chinesischen Tochter TPK, die Touchscreen-Bildschirme herstellt, will das Unternehmen seinen Fokus wieder auf sein Stammgeschäft richten. Die Beteiligung an TPK sank von 50 auf 38 Prozent. Diese Sparte hatte zuletzt noch als Hoffnungsträger gegolten. Balda war früher vor allem ein Spezialist für Handyschalen. Das Hauptaugenmerk gelte weiter den Telefonherstellern in Asien. „Angesichts der Situation einzelner Kunden und der Unsicherheit der weltweiten Konjunktur“ könne das Unternehmen allerdings Umsatzeinbrüche nicht ausschließen.

Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) lag 2008 bei 1,4 Millionen Euro. 2007 hatte das EBIT noch 13,5 Millionen Euro betragen. Der Balda-Konzern beschäftigte Ende 2008 knapp 4700 Mitarbeiter in den fortgeführten Segmenten, das waren 29 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Balda-Aktie gab bis zum Nachmittag um fünf Prozent auf 57 Cent nach.

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