Handymesse: Mobiltelefone rüsten auf

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Deutsche Presse-Agentur

Die Mobiltelefone entwickeln sich dank technischer Aufrüstung immer mehr zu Multimedia-Maschinen.

„Sie können komplexe 3D-Spiele oder Filme in hoher Auflösung auf dem Smartphone laufen lassen“, betonte Laurence Bryant vom britischen Chipentwickler ARM am Mittwoch auf dem Mobile World Congress in Barcelona im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Zwar räumte er ein, dass das Anschauen detailreicher Filme auf dem kleinen Display eines Mobiltelefons wenig sinnvoll ist. „Es ist aber ein Trend auszumachen, HD-Videos mit dem Handy aufzunehmen.“

Mit bis zu vier Rechenkernen verfügt so manches hochgezüchtete Mobiltelefon mittlerweile über mehr Leistung als ein Computer der vorletzten Generation. „Dabei verbrauchen unsere Prozessoren viel weniger Strom und sind viel kleiner“, sagte Bryant, der bei ARM für das Mobilfunk-Geschäft zuständig ist. „Und anders als Computerprozessoren sind unsere Chips multifunktional. Wir integrieren etwa das Modem oder die Grafik.“

Eines der Projekte von ARM ist es, das Computer-Betriebssystem Linux Ubuntu auf dem Mobiltelefon zum Laufen zu bringen. Eine Demo konnte Bryant bereits auf der Messe zeigen. „Bis April soll alles fertig sein.“ Das Projekt ist deshalb so spannend, weil ARM in der Mobilfunk-Welt eine ähnliche Verbreitung hat wie Intel bei Computern. „Unsere Entwicklungen stecken in 90 Prozent aller Mobiltelefone weltweit“, sagte Bryant.

Auch in vielen Netbooks, den „kleineren Verwandten“ der Notebooks, kommen ARM-Prozessoren zum Einsatz. Kürzlich ist den Briten auch der Sprung in die höhere Liga gelungen. Im Dell Latitude E4200 arbeitet ein ARM-Prozessor parallel zu einem Intel-Prozessor. „Das sorgt für weniger Stromverbrauch und längere Betriebsdauer.“

Gespräch: Daniel Schnettler, dpa-AFX

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