Gunter Gabriels Hausboot steht zum Verkauf

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Hausboot von Gunter Gabriel
Gut ein Jahr nach dem plötzlichen Tod des Country-Sängers Gunter Gabriel haben Fans und Kaufinteressierte das Hausboot des Stars besichtigt. (Foto: Daniel Bockwoldt / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Jana-Marie Krest

Es ist ein sonniger Oktobermorgen im Harburger Binnenhafen, fast idyllisch. Yvonne Koch geht dieser Tag merklich an die Nieren .Sie möchte das Hausboot ihres verstorbenen Vaters verkaufen. Jahrelang hat Countrystar Gunter Gabriel (1942-2017, „Hey Boss, ich brauch’ mehr Geld“) hier gelebt.

Vor rauer Hafenkulisse begrüßt seine Tochter die vielen Besucher. „Es ist ein sehr besonderer und auch emotionaler Tag für mich. Es fällt mir schwer, das Boot loszulassen“, sagt Koch, bevor sie an Bord der „Magdeburg“ geht.

Nach dem plötzlichen Tod Gabriels im vergangenen Jahr hat Yvonne Koch nun beschlossen, das Hausboot zu verkaufen. Etwa 30 000 Euro soll das rund 100 Quadratmeter große Boot kosten. Neben einem Whirlpool mit Farbtherapie, den Gabriel einst als Gage nach einem Auftritt bei einem Bad-Spezialisten bekam, sei sein ganzer Stolz die original Tour-Küche von Opernstar Luciano Pavarottigewesen. Eigenen Angaben zufolge hat Yvonne Koch 450 000 Euro Schulden von ihrem Vater übernommen. Über die vielen Anfragen und das große Interesse an dem Boot habe sie sich „irre“ gefreut.

Als sie sich auf das rote Sofa mit Blümchenmuster neben eine Gitarre ihres Vaters setzt und eines seiner Lieder aus einer Musikanlage tönt, kämpft sie mit den Tränen. Es sei das erste Mal, dass Menschen, die nicht aus dem Familienkreis stammen, das Boot nach dem Tod des Sängers betreten. „Es ist alles geblieben, wie es war, als mein Vater noch lebte. Genießt die Zeit mit Gunter, während ihr euch umschaut“.

Außer Journalisten und Kaufinteressenten kommen auch viele Freunde und Weggefährten von Gunter Gabriel. Sie erzählen Geschichten und Anekdoten über den Sänger. Zeitweise streifen etwa 40 Besucher durch die Räume, in denen er jahrelang wohnte. Die Zeit ist nicht spurlos an dem Boot vorbeigegangen. An manchen Ecken löst sich die Tapete, an anderen Stellen zeigt sich Rost.

Zwischen leicht angestaubten Bücherstapeln und mit Fotos und Postern fast vollständig bedeckten Wänden steht Ingrid Glodek gedankenverloren im Wohnzimmer. „Es ist, als komme er jeden Moment zur Tür rein“, sagt sie. Glodek und ihr Ehemann kannten Gunter Gabriel nach eigenen Angaben seit Jahrzehnten und kamen regelmäßig zu Besuch. „Er kochte Kaffee, wir brachten den Kuchen mit und dann redeten wir über Gott und die Welt“, so Glodek. Ein echtes Kaufinteresse hätten sie nicht, sie seien mehr aus Nostalgie da.

Robert Schlikheider hingegen ist extra aus Düsseldorf angereist, um sich das Boot anzusehen. Er sei von klein auf ein Fan von Gabriel gewesen und habe ihn über die Jahre bei Auftritten in ganz Deutschland getroffen. Er könne sich durchaus vorstellen, das Boot gemeinsam mit Freunden zu kaufen. Dabei handele es sich um eine Gruppe von „Verrückten“. Vielleicht könnten sie aus dem Boot ein Museum machen, ein Café oder sogar ein Bed and Breakfast. Es gebe viele Möglichkeiten, so Schlikheider.

Auch Gabriels Tochter zeigt sich sehr offen, was die Zukunft des Hausboots angeht. Sie fände es schön, würde daraus ein kleines Museum oder eine Bar, aber das sollte nicht erzwungen werden. „Genauso schön wäre es, wenn sich jemand entscheidet, hier zu wohnen. Es sollte jemand sein, der Spaß an dem Boot hat. Ein Ort, an dem gelacht wird“. Ihr Vater habe nicht an materiellen Dingen gehangen. „Er war überall zu Hause!“.

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