Große Trauer um Mariss Jansons

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Mariss Jansons
Mariss Jansons soll in St. Petersburg beerdigt werden. (Foto: Herbert Neubauer / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der verstorbene Stardirigent Mariss Jansons soll Medienberichten zufolge in St. Petersburg in Russland beerdigt werden. Das bestätigten Verwandte der Agentur Interfax am Montag.

Nach einer Abschiedszeremonie in der St. Petersburger Philharmonie soll der aus Lettland stammende Musiker am Donnerstag (5. Dezember) neben seinem Vater auf dem Wolkowo-Friedhof begraben werden. Auch in München sind Trauerfeierlichkeiten geplant. Zudem sollen Kondolenzbücher ausgelegt werden, teilte am Montag das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BRSO) mit, dessen Chefdirigent Jansons mehr als 15 Jahre lang war.

Ab Dienstag soll ein Kondolenzbuch im Foyer des Bayerischen Rundfunks ausliegen. Zudem will das Symphonieorchester dem Verstorbenen seine beiden Konzerte am Donnerstag und Freitag im Herkulessaal in München widmen. Das Programm stehe noch nicht fest und werde gerade in Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Franz Welser-Möst erarbeitet, hieß es am Montag. Besucher können sich an beiden Tagen dort auch in Kondolenzbücher eintragen. Rund um den Geburtstag des Maestros am 14. Januar plant das Orchester zudem ein Requiem mit Gedenkkonzert.

Jansons starb in der Nacht zum Sonntag im Alter von 76 Jahren in St. Petersburg. Er zählte zu den bedeutendsten Dirigenten weltweit. Seit 2003 leitete er das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Jansons arbeitete auch mehr als 20 Jahre bei der St. Petersburger Philharmonie. Er wurde 1943 im lettischen Riga in der damaligen Sowjetunion geboren und übersiedelte in frühen Jahren mit seiner Familie in das damalige Leningrad. Sein Vater Arvids Jansons war ebenfalls ein gefeierter Dirigent.

Die Philharmonie in Riga würdigte Jansons als einen der größten Dirigenten der Gegenwart. „Der Tod von Mariss Jansons ist in den Herzen aller, die ihn kannten und mit ihm irgendwann zusammengearbeitet haben, schmerzhaft“, teilte die Philharmonie mit. Die Musikwelt habe einen großen Verlust erlitten.

Die Zeitung „Latvijas Avize“ schrieb, er sei „eine der brillantesten und angesehensten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Musikwelt“ gewesen. Er habe die einzigartige Fähigkeit gehabt, die Seele eines Komponisten und eines Musikers offenzulegen. Und auf der Webseite des lettischen Kulturmagazins „KulturasDiena“ hieß es, „Mariss Jansons wird in der Kunst- und Kulturgeschichte verewigt bleiben als Dirigent, der immer der Musik gedient hat, nicht seinem Ego“.

Auch Jansons' Schüler Andris Nelsons bekundete seine Trauer. „Der große Mariss Jansons war ein unglaublicher Kollege, Lehrer und Mentor. Die Nachricht von seinem Ableben ist ein Schock und macht mich zutiefst traurig. Die Musikwelt hat eine ihrer Säulen verloren. Ich werde ihn sehr vermissen“, schrieb der lettische Dirigent und Kapellmeister des Leipziger Gewandhausorchesters auf Facebook.

Mitteilung der St. Petersburger Philharmonie (Russisch)

BRSO

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