Grießnockerlaffäre

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Grießnockerlaffäre
Der verkaterte Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) und sein Hund Ludwig werden unsanft vom SEK geweckt. (Foto: Constantin Film/Bernd Schuller/ARD Degeto/BR / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Viele Filmreihen haben oft eine Schwäche: Je mehr Fortsetzungen es gibt, desto geringer fällt der Erfolg beim Publikum aus.

Bei der Umsetzung der Rita-Falk-Krimis trifft diese Regel nicht zu. Denn der vierte Film, die „Grießnockerlaffäre“, war gemessen an den Zuschauerzahlen der stärkste der Reihe. Rund 830 000 Besucher strömten im vergangenen Jahr in die Kinos. Etwas mehr als zusammen 1,6 Millionen hatten die ersten drei Teile, „Dampfnudelblues“, „Winterkartoffelknödel“ und „Schweinskopf al dente“, gesehen.

Die „Grießnockerlaffäre“ mit Dorfpolizist Franz Eberhofer und Privatdetektiv Rudi Birkenberger ist als Free-TV-Premiere an diesem Montag (6. August, 20.15 Uhr) im Ersten zu sehen. Auch diesmal steht die niederbayerische Provinz mit ihren Eigenheiten im Mittelpunkt.

Verbrecherjäger Eberhofer wird selbst zum Gejagten. Denn sein Vorgesetzter und erklärter Erzfeind Barschel (Francis Fulton Smith) - von Franz auch gerne „Arschl“ genannt - wird nach einer Hochzeitsfeier tot aufgefunden. Die Tatwaffe: Eberhofers Messer. Schnell landet der Dorfpolizist mit dem schwarzen Humor wegen Mordverdachts hinter Gittern. Frei kommt Eberhofer durch ein Alibi, das sein kiffender Alt-Hippie-Vater (Eisi Gulp) ihm verschafft.

Wieder in Freiheit verfällt Eberhofer, erneut überzeugend gespielt von Sebastian Bezzel, wieder seiner Routine zwischen Leberkässemmel und Wirtshaus und der niederbayerischen Gelassenheit. „Erstens. Wenn noch einer einen blöden Mörderspruch macht, dann werd' ich wirklich zu einem. Zweitens. Bier. Drittens. Bier.“

Mit Kumpel und Detektiv Birkenberger (Simon Schwarz) macht sich Eberhofer dann aber doch daran, den Mörder seines ungeliebten Vorgesetzten zu suchen. Zunächst wird Barschls Witwe Ivana befragt, die sich auffällig wenig berührt vom Tod ihres Mannes zeigt. Und da ist noch eine weitere Leiche: Die oberfromme Annemarie Hausladen findet ihren Vater tot im Keller.

Immer wieder für Ablenkung von den Ermittlungen sorgen nicht nur die Abende mit Langzeitfreundin Susi (Lisa Maria Potthoff), die immer noch auf einen Heiratsantrag pocht, sondern auch Oma Eberhofers verschollene Jugendliebe Paul. Die beiden teilen ein lange gehütetes Geheimnis. Weil Paul nichts anderes verträgt, kocht die Oma aber nur noch Grießnockerlsuppe. Ein Drama für den Rest der Familie.

Mit der „Grießnockerlaffäre“ hat der Regisseur Ed Herzog wieder eine kurzweilige Krimikomödie geschaffen, die mit jeder Menge Klischees rund um die bayerische Gemütsart spielt und Alltägliches wie einen Kreisverkehr hochleben lässt. Die Verfilmung überzeugt, wie auch schon die vorherigen Eberhofer-Krimis, mit trockenem und vor allem schwarzem Humor.

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