Grünes Licht für neues Digitalradio

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Deutsche Presse-Agentur

Die Rundfunkkommission der Länder hat grünes Licht für die Einführung eines neuen bundesweiten Digitalradios gegeben. Auf der Sitzung am Mittwoch habe man sich darauf verständigt, bei der Bundesnetzagentur den Bedarf für einen sogenannten Multiplex für das „Digitalradio plus“ anzumelden.

Das teilte der Chef der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei, Martin Stadelmaier (SPD), am Donnerstag in Mainz mit. Bei diesem Verfahren werden verschiedene Datenströme wie Bild, Ton und Text in einem gemeinsamen Kanal gebündelt. Damit können mehr Informationen bzw. mehr Hörfunkprogramme über einen Kanal transportiert werden als bisher. Im derzeit vorherrschenden analogen UKW-Netz sind die Frequenzen längst erschöpft. Die neue Technik solle zu einem Drittel vom Deutschlandradio und zu zwei Dritteln von privaten Hörfunkveranstaltern genutzt werden, teilte die Staatskanzlei mit.

Möglichst bald sollten weitere Bedarfsanmeldungen auf Länderebene für landesweite und regionale Angebote der ARD und von Privaten folgen. Damit könnten künftig durch „Digitalradio plus“ pro Land insgesamt 30 bis 40 Hörfunkprogramme und Dienste im modernen digitalen Standard DAB plus/DMB angeboten werden, hieß es weiter. Gleichzeitig haben sich die Länder darauf verständigt, dass die ARD-Rundfunkanstalten pro Land jeweils ein weiteres ausschließlich über „Digitalradio plus“ verbreitetes neues Hörfunkprogramm ausstrahlen dürfen.

Schon vor einigen Jahren war das Digitalradio als DAB-Radio groß im Gespräch gewesen. Die neue Technik, vor allem für Autoradios, sollte bis 2010 eingeführt werden. Doch die Einführung floppte. Die Hörer hatten kein Interesse, es gab wenig gute und günstige Endgeräte. Daher mahnte Stadelmaier am Donnerstag, die Länder erwarteten von der Geräteindustrie, digitale Radios zu angemessenen Preisen anzubieten.

Mit der jetzigen Entscheidung sei der Weg frei für bundesweite Digitalradio-Angebote und damit für einen erfolgreichen Neustart von Digitalradio in Deutschland, teilte der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, Wolf-Dieter Ring, in München mit. Mit diesem Beschluss sei eine zukunftsweisende Entscheidung für das Medium Radio getroffen worden.

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