"Gorch Fock"-Soldatin ist wohl tot

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Deutsche Presse-Agentur

„Uns geht es jetzt darum, die sterblichen Überreste zu finden. Das ist unsere Verpflichtung auch den Eltern gegenüber.“ Die Suchaktion wurde am Freitag beim Morgengrauen fortgesetzt. Die Marine war mit Hubschraubern, Flugzeugen, Fregatten, Schnellbooten sowie einem Versorgungsschiff und einem Minensucher im Seegebiet bei Norderney im Einsatz. Bis zum Nachmittag fehlte von der 18 Jahre alten Offiziersanwärterin aus Nordrhein-Westfalen jede Spur.

Weiterhin völlig unklar war, wie es zu dem Unfall auf der 148. Fahrt des traditionsreichen Segelschulschiffes kommen konnte. In Wilhelmshaven, wo die „Gorch Fock“ in der Nacht zu Freitag eintraf, nahm die Polizei an Bord die Ermittlungen auf. „Wir prüfen, ob es möglicherweise einen Anfangsverdacht für Fahrlässigkeiten oder Straftaten gibt“, sagte der die Untersuchungen leitende Kieler Oberstaatsanwalt Uwe Wick der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Es hat keiner gesehen, wie es passiert ist. Das ist das Problem“, sagte Marinesprecher Ströhmer. Ein Soldat habe lediglich einen Schatten bemerkt und dann sofort Alarm ausgelöst. Die Offiziersanwärterin war in der Nacht zum Donnerstag bei stürmischem Wetter 20 Kilometer nördlich von Norderney in die Nordsee gestürzt. Das Schiff fuhr unter vollen Segeln. Routinemäßig trage die Crew bei der Wache an Deck keine Schwimmweste, sagte ein Sprecher.

Bereits in der Vergangenheit hatte es auf der „Gorch Fock“ Unfälle mit Toten oder Verletzten gegeben. Vor einer Woche war ein junger Soldat in den Kieler Hafen gestürzt und leicht verletzt worden. 2002 starb ein 19-Jähriger nach einem Sturz aus der Takelage. 1998 fiel ein Offiziersanwärter aus dem Großmast aus zwölf Metern Höhe auf die Planken und erlag seinen Verletzungen.

Impressionen von der Gorch Fock

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