Gitarre mit MP3-Player ist ein Musikmessen-Star

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Deutsche Presse-Agentur

Die isländische Sängerin Björk hatte auf der Bühne schon mal ein „Reactable“ im Einsatz, und auch Paul McCartney hat sich bereits für das elektronische Instrument interessiert.

Das versichern zumindest die Erfinder der interaktiven Arbeitsstation, die Österreicher Günter Geiger und Martin Kaltenbrunner von der Universität Barcelona. Bei der Internationalen Musikmesse in Frankfurt (1. bis 4. April) gehört ihre Säule, auf der das Schieben und Drehen von Plexiglas-Würfeln und -scheiben Musik erzeugt, zu den herausragenden Neuheiten.

Die 1558 Aussteller (minus 90) aus 51 Ländern (plus 4) zeigen dem Fachpublikum von Mittwoch bis Samstag mehr als 30 000 klassische und elektronische Instrumente, Software und Noten. Das breite Publikum kann sich am Samstag in den fünf Messehallen umschauen, auf zahlreichen Bühnen Live-Auftritte verfolgen und mit etwas Glück Stars wie die Bands Eisblume und Polarkreis 18, die Gitarristen Al Di Meola und Paul Gilbert oder den Mundharmonikaspieler Michael Hirte treffen.

Zu den Stars bei den ausgestellten Neuheiten gehört die „iDea Guitar“, eine silbergraue Akustik-Gitarre aus Fiberglas mit eingebautem MP3-Player. 620 Euro kostet das Instrument, das es Musikern ermöglicht, direkt zu ihrer Lieblingsmusik zu spielen oder ihre eigene Musik aufzunehmen, wie Oliver Schwung vom Marketing von Ovation erklärt. Der MP3-Player könne herausgenommen und die Aufnahmen am Computer bearbeitet werden. Die Musik lasse sich auch ganz langsam abspielen, damit der Gitarrenspieler ein schweres Stück nach und nach lernen kann. Zu den auf der Messe gezeigten Gitarren gehören auch welche, die aussehen, als ob sie schon seit Jahrzehnten in Gebrauch sind.

Das Gros der ausgestellten Instrumente sind Produktverbesserungen, neue Generationen bisheriger Schlagzeuge, Streich-, Blas- und Tasten- Instrumente. Auch rot oder blau lackierte Klaviere und Gitarren aus Eisen und Kupfer sind zu sehen. Ein Niederländer präsentiert Möbel aus Musikinstrumenten. Ein Münchner Software-Unternehmen stellt den „Melodyne Editor“ vor, eine Software, die in Musik-Aufnahmen einzelne Noten verändern kann. „So kann man zum Beispiel aus C-Dur C-Moll machen“, sagt Hersteller Anselm Rößler. Die Technik habe er bereits 2008 vorgestellt, aber der Editor für die Tonstudioarbeit komme erst im Mai in den Handel.

Neben den Neuheiten beschäftigt die Branche auch die Zukunft der Funk-Mikrofone. „Funkfrequenzen werden zugunsten von Telefonanbietern gekillt“, beschwert sich der Geschäftsführer der Organisation der Musikinstrumenten- und Musikequipmentbranche (SOMM), Ralf Jeromin. Für die Funk-Mikrofone gebe es nach einem Beschluss des Bundeskabinetts dann schon 2010 keine Frequenzen mehr, kritisiert der Verband für professionelle Licht und Tontechnik. „Nächstes Jahr wird keiner mehr mit einem Funk-Mikrofon rumlaufen.“

www.musikmesse.com

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