„Germany's Next Topmodel“ geht in die vierte Runde

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Deutsche Presse-Agentur

Dann wird wieder ein schönes Mädchen mit langen Beinen und Kleidergröße 34/36 seine zitternden, wohlmanikürten Hände vors Gesicht schlagen, fassungslos den Kopf schütteln und wahrscheinlich vor Freude weinen. Ob sich nach zwei Blondinen und einem Rotschopf nun einmal eine Dunkelhaarige als „Germany's next Topmodel“ durchsetzen wird, ist eigentlich die einzige offene Frage.

Doch wie die neue Staffel der ProSieben-Casting-Show, die an diesem Donnerstag (20.15 Uhr) startet, ausgeht, ist Nebensache. Der Weg ist das Ziel, die Fangemeinde hofft ungeduldig auf Zickenkrieg, Tränen und den inzwischen vielzitierten Satz: „Ich habe leider kein Foto für dich.“

Die vierte Runde der Model-Show soll noch härter werden, hat Jurychefin Klum bei der Präsentation in München gesagt. „Wir machen natürlich die allerhärtesten Sachen mit den Mädchen. Es wird nicht so einfach für sie sein.“ Aber was kann noch kommen nach Fotoshootings mit Affen, Vogelspinnen und einem toten Tintenfisch? Was könnte den tränenreichen Abschied von Sarah und Gina Lisa toppen oder Giseles Anschlag auf die australische Kakerlaken-Population? ProSieben hält sich da noch bedeckt. „Shootings, Catwalks, Castings und Challenges“ hätten die Jurymitglieder Klum, Peyman Amin und Rolf Scheider sich ausgedacht für die nach Senderangaben mehr als 21 000 Bewerberinnen, die 2009 in die Fußstapfen von Vorjahresgewinnerin Jennifer Hof treten wollen.

„Während der Show hätte ich so ziemlich alles gemacht“, sagt die 17-Jährige, die sich Jenny KL nennt, seitdem sie Model ist. „Es sind sicher manchmal extreme Sachen dabei, aber eigentlich kann da nie etwas passieren. Da passen die schon auf.“ Für die damals 16-Jährige sei besonders die Trennung von ihrer Familie schwierig gewesen - und der ständige Konkurrenzdruck. „Natürlich haben wir uns bei "Germany's next Topmodel" eigentlich alle gut verstanden, aber wir waren eben nicht nur Freundinnen, sondern in gewisser Weise auch Konkurrentinnen und da habe ich mir schon manchmal überlegt, was ich wie sage. Man war da vorsichtig“, erzählt sie.

Dass die junge Frau, die im Mai volljährig wird und gerade ihren Führerschein macht, sich auch bei den offenen Castings, die in diesem Jahr erstmals gezeigt werden, beworben hätte, glaubt sie nicht. Dabei werden „die Mädels“, wie die Jury die Teilnehmerinnen einheitlich nennt, ohne Vorauswahl auf Klum, Scheider und Amin losgelassen. „Es war schon so schwer genug und hart für mich am Anfang“, sagt Jenny. „Wenn ich mir vorstelle, gleich am Anfang direkt vor Heidi und der richtigen Jury zu stehen... Nein, das hätte ich mir nicht zugetraut.“

Die mehr als 2400 Mädchen, die nach ProSieben-Angaben bei den offenen Castings in Düsseldorf und München begutachtet wurden, ließen sich davon nicht abhalten. Klar, dass diesmal auch Teilnehmerinnen im Fernsehen zu sehen sein werden, die nicht unbedingt für den Laufsteg geboren wurden. Dass es hier darum geht, sich über diese Mädchen lustig zu machen, glaubt Jenny nicht. „Heidi, Peyman und Rolf wollen sich einfach selbst ein Bild von allen Bewerbern machen“, sagt sie. Jury-Mitglied Scheider sagte dazu: „Ein Mädchen, das dicke Beine hat und nur eins fünfzig groß ist, kann kein Model sein. Das merken die Leute schon selbst, dazu müssen wir uns nicht lustig machen.“

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