Georgier mit antirussischem Grand Prix-Protestsong

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Deutsche Presse-Agentur

Vor dem Eurovision Song Contest (ESC) im Mai in Moskau bahnt sich neuer Ärger zwischen Russland und Georgien an. Mit einem antirussischen Song will die georgische Band Stefane & 3G gegen die Politik des russischen Regierungschefs Wladimir Putin protestieren.

Die Disco-Nummer „We Don't Wanna Put In“ sei ein Wortspiel mit dem Namen Putin („Wir wollen keinen Putin“), sagte Sänger Stefane nach Angaben von Medien in Tiflis. Mit drei Sängerinnen hatte er den nationalen Vorentscheid gewonnen. Putin gilt seit dem August-Krieg zwischen beiden Ländern als Hauptfeind vieler Georgier.

Ungeachtet der politischen Eiszeit mit Russland hatte Georgien letztlich seinen ESC-Boykott wieder zurückgenommen. Die Jury in Tiflis teilte nun mit, dass der „Song, der eine politische Botschaft hat, in Moskau einen besonderen Eindruck hinterlassen wird“. In ihrer vom Fernsehen ausgestrahlten Bühnenshow stellte die Band auch Szenen mit angedeuteten Pistolenschüssen nach und singt in dem englischen Text auch „to kill“ (töten) und „to shoot“ (schießen).

Russland reagiert auf politische Anspielungen in Liedern früherer Sowjetrepubliken traditionell äußerst gereizt. Der ukrainische Travestie-Sänger Verka Serduchka (Andrej Danilko) musste das bei seinem Grand-Prix-Auftritt 2007 in Helsinki erleben. Viele Russen verstanden den sinnfreien Titel „Lasha Tumbai“ in der gesungenen Fassung als „Russia Goodbye!“. Einige Veranstalter in Russland erteilten dem Ukrainer daraufhin Hausverbot.

Insgesamt treten beim 54. ESC in Moskau 43 Länder zum größten Musikwettbewerb der Welt an - für Deutschland das Duo Alex swings Oscar sings mit dem Swingdance-Titel „Miss Kiss Kiss Bang“ des Hamburger Produzenten Alex Christensen („Du hast den schönsten Arsch der Welt“). Rund 100 Millionen Fernsehzuschauer werden erwartet. Das Finale geht am 16. Mai in der Moskauer Olympia-Halle über die Bühne.

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