Gabriele Münter im Museum Ludwig

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Gabriele Münter
Kuratorin Rita Kersting vor Gabriele Münters Gemälde „Kahnfahrt“, in dem sie Kandinsky porträtiert hat. (Foto: Oliver Berg / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Das Museum Ludwig in Köln präsentiert in einer großen Werkschau mehr als 100 Gemälde von Gabriele Münter.

Die gebürtige Berlinerin war eine höchst produktive Künstlerin, die Tausende Bilder malte, viel verkaufte und schon zu Lebzeiten in Skandinavien eigene Ausstellungen hatte. Durch die Verbindung zu Kandinsky wurde sie später aber vor allem als „die Frau von...“ wahrgenommen.

Die große Schau mit mehr als 100 Gemälden, die zuvor im Lenbachhaus in München zu sehen war, macht vor allem deutlich, wie experimentierfreudig Münter war. Die Ausstellung zeigt viele interessante Verbindungen auf. So fotografierte Münter in Amerika in den Jahren 1899 und 1900 - fast noch zur Zeit des Wilden Westens - einfache Präriehütten, die in der weiten Fläche fast abstrakt aussehen. Ähnliche Häuser tauchen später in ihren bayerischen Landschaftsbildern wieder auf.

Die meisten Werke Münters sind in einem expressionistischen Stil gehalten. In den 1920er Jahren wandte sie sich kurzzeitig auch der Neuen Sachlichkeit zu. In den 1930er Jahren passte sie sich bis zu einem gewissen Grad an die NS-Machthaber an: Zwei Bagger-Bilder von ihr hingen in der Ausstellung „Die Straßen Adolf Hitlers in der Kunst“, bei deren Eröffnung Münter anwesend war.

Nach dem Krieg lebte sie in ärmlichen Verhältnissen in Murnau bei Garmisch-Partenkirchen. Sie konnte kaum den Bäcker und den Friseur bezahlen - dabei lagerten bei ihr im Keller hinter Marmeladengläsern 80 Gemälde ihres Ex-Freundes Wassily Kandinsky.

1957 schenkte sie die Werke von heute unschätzbarem Wert der Stadt München, wo sie im Lenbachhaus zu sehen sind. Diese Geschichte ist an sich schon spektakulär, doch die Ausstellung im Museum Ludwig zeigt nun, dass Gabriele Münter auch als eigenständige Künstlerin von Rang gesehen werden muss.

Gabriele Münter. Malen ohne Umschweife

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