Das sind die Folgen des G7-Gipfeltreffens für Süddeutschland

Lieber Siebenfelsen als G7-Gipfel
Das Naturdenkmal Siebenfelsen in dem Elzacher Stadtteil Yach ist ein Wahrzeichen der kleinen Gemeide im Landkreis Emmendingen. (Foto: Rolf Haid)
Landesdienst Baden-Württemberg
Henning Otte

Wer in den nächsten Tagen Richtung Süden fahren will, der sollte mit dem Auto Bayern großzügig umkurven. Grund ist ein Stelldichein mächtiger Männer im Luxushotel Schloss Elmau am Fuße des Wettersteingebirges.

Kanzler Olaf Scholz ist von Sonntag bis Dienstag Gastgeber des G7-Gipfels der sieben führenden demokratischen Industrienationen, auch US-Präsident Joe Biden reist an. Und wo Staatskarossen und Hubschrauber verkehren, da hat es Otto-Normalsprit-Verbraucher eher schwer.

Es gibt Kontrollen, weiträumige Umleitungen und es drohen Staus. Also: Entweder den Zug nehmen oder im Schwarzwald wandern — zum Beispiel zum Siebenfelsen im Landkreis Emmendingen.

Welche Einschränkungen gibt es im Autoverkehr?

Der Gipfel in Elmau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen wirkt sich auf den Verkehr bis in den Norden Bayerns und nach Österreich aus, heißt es bei der bayerischen Polizei. Für den überregionalen Reiseverkehr werden an den großen Autobahnkreuzen bei Würzburg, Nürnberg, Feuchtwangen, Ulm, Memmingen und im Großraum München großräumige Umfahrungen ausgeschildert sein.

Wir bitten die Reisenden, für eine zügige Abwicklung ihre Dokumente griffbereit zu haben.

Ein Sprecher der Bundespolizei

Grundsätzlich gilt: Wer aus dem Norden Baden-Württembergs kommt und nach Österreich will, sollte die A7 über Ulm und Füssen nehmen. Und: Verkehrsfunk hören bietet sich in den vier Tagen besonders an.

Außerdem sollte man mehr Zeit einplanen, denn an der Grenze gibt es Kontrollen. „Wir bitten die Reisenden, für eine zügige Abwicklung ihre Dokumente griffbereit zu haben“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Man will gewaltbereite Demonstranten vorab aus dem Verkehr ziehen.

Was ist mit dem Fernverkehr auf der Schiene?

Die Deutsche Bahn in Baden-Württemberg erwartet keine Störungen im Fernverkehr, die Menschen aus dem Südwesten betreffen könnten. Wer mit dem Zug nach Österreich will, wird an der Grenze ebenfalls lediglich kontrolliert.

Nur wer unbedingt zum Wandern ins südlichste Bayern will, könnte es schwer haben. Zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald fahren während der Gipfeltage keine Züge. Es gibt aber Ersatzbusse.

Was ist mit Flugzeugen?

Der Luftraum wird zwar eingeschränkt, aber die gute Nachricht ist: Linienflugzeuge und Urlaubsflieger sind nicht betroffen. Wer also aus dem Südwesten von München oder Memmingen aus wegfliegen will, wird am Flughafen keine Probleme haben. Nur der Hinweg mit dem Auto könnte eben länger dauern.

Ein Verbot gilt während der Gipfeltage für auf Sicht fliegende Sportflugzeuge, aber auch für Drachen- und Gleitschirmflieger. Sie müssen während der Ankunft und der Abreise der Staats- und Regierungschefs über viele Stunden am Boden bleiben — und das von Ingolstadt an der Donau bis zur italienischen Staatsgrenze.

Helfen auch Polizisten aus dem Südwesten in Bayern?

Mehrere Hundert Polizeikräfte aus dem Südwesten werden für den G7-Gipfel abgestellt. Die ersten sind schon vergangenen Samstag angereist. Der große Einsatz mit voller Personalstärke beginne aber erst am Freitag, erklärte eine Sprecherin des Innenministeriums.

Es würden vor allem Einheiten des Polizeipräsidiums Einsatz der Standorte Bruchsal und Göppingen, aber auch Kräfte aus allen Landesteilen der Regionalpräsidien entsandt. Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagt dazu:

Die Polizei Baden-Württemberg unterstützt die bayerische Polizei recht gerne — freilich ohne dabei die Sicherheit in Baden-Württemberg aus den Augen zu verlieren.

Was machen die Beamten aus dem Südwesten beim Gipfel?

Der Großteil der Polizistinnen und Polizisten sind auf schwierige Demonstrationslagen spezialisiert und entsprechend ausgerüstet, heißt es beim Stuttgarter Ministerium. Baden-Württemberg schickt zudem die Reiter- und Hubschrauberstaffel des Präsidiums Einsatz ins Nachbarland.

Kommen Demonstranten aus Baden-Württemberg zum Gipfel?

Es gibt ein Protestcamp in Garmisch-Partenkirchen, etwa 18 Kilometer von Elmau entfernt. Bei der Frage, ob sich eine größere Zahl auf den Weg machen wird, um gegen G7 zu demonstrieren, halten sich das Innenministerium in Stuttgart und die bayerische Polizei zurück.

Beim G7-Gipfel 2015 in Elmau blieb es relativ ruhig. Anders als zwei Jahre später in Hamburg beim G20-Treffen, wo es zu heftigen Krawallen kam.

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