„Freund oder Feind“: düster, kalt und ein bisschen schräg

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«Freund oder Feind. Ein Krimi aus Passau»
Marie Leuenberger (als Frederike Bader) und Michael Ostrowski (als Ferdinand Zankl) in „Freund oder Feind“. (Foto: Hendrik Heiden / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Ute Wessels

Nebelschwaden, Schnee und graue Wolken - so frostig wie das Wetter ist auch die Stimmung im neuen ARD-Krimi aus Passau. Die erste von zwei Folgen - mit dem Titel „Freund oder Feind“ - ist am Donnerstag (20.15 Uhr) im Ersten zu sehen.

Die Geschichte um ein etwas schlecht gelauntes Mutter-Tochter-Duo im Zeugenschutzprogramm und einen windigen Privatdetektiv hebt sich erfreulich ab vom gewohnten Krimi-Angebot im TV. Ein kleiner Ladendieb bringt die Hauptfiguren in ein tödliches Schlamassel. Teilweise zwar ein wenig klischeehaft, aber spannend, grotesk und unterhaltsam.

Frederike Bader (Marie Leuenberger) war Polizistin in Berlin und sagte in einem Prozess gegen einen arabischen Clan-Chef aus. Der sitzt nun in Haft und hat einen Killer auf die Ex-Polizistin und deren Tochter angesetzt. Tochter Mia (Nadja Sabersky) saß bereits zwei Jahre wegen Drogenhandels im Gefängnis und musste nun mit ihrer Mutter mit neuer Identität ins beschaulich-barocke Passau ziehen. Toll finden das weder Mutter noch Tochter. Entsprechend mies ist die Stimmung der beiden Frauen. Doch haben sie keine Wahl.

Ihren alten Job als Polizistin kann Frederike nicht hinter sich lassen. Im Supermarkt überwältigt sie auf so professionelle Weise einen Dieb, dass sie sich damit verdächtig macht. Detektiv Ferdinand Zankl (Michael Ostrowski), dem sie das Leben rettet, beginnt Frederike hinterherzuschnüffeln.

Mia hat eine Ausbildung in einer Konditorei begonnen und kann sich nur schwer mit den strengen Regeln des Zeugenschutzprogrammes anfreunden. Sie rebelliert, stürzt sich ins studentische Nachtleben und macht einen folgenschweren Fehler. Der bringt Mutter und Tochter ebenso in Gefahr wie die privaten Ermittlungen Frederikes. Die eigentliche Identität der zwei Frauen droht aufzufliegen. Wem können sie trauen? Was will der Privatdetektiv? Und dann taucht auch noch eine Wasserleiche auf.

„Die Krimis aus Passau zeichnen sich durch eine Mischung aus Drama und Humor aus, wobei das Verbrechen nicht an erster Stelle steht, sondern mehr die Menschen und deren Charaktere“, bilanziert Mia-Darstellerin Nadja Sabersky treffend.

Ihr Kollege Michael Ostrowski sagt: „Die Figuren sind vielschichtig, man weiß nicht immer genau, wer der Gute und wer der Böse ist. Man traut sich, diese Ambivalenz zuzulassen. Gott sei Dank, sonst wär's nämlich vorhersehbar und langweilig“. Und langweilig sind die Passau-Krimis tatsächlich nicht. Im zweiten Teil (8. Oktober) geht das aufreibende Katz-und-Maus-Spiel direkt weiter.

© dpa-infocom, dpa:200929-99-750082/3

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